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Rechtsmedizin

COVID-19-Pandemie – rechtsmedizinische und klinische Obduktionen in München

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

In der Fachliteratur existieren keine Daten zu regionalen Obduktionsquoten bei COVID-19-assoziierten Sterbefällen (COVID-aSf) sowie zu möglichen Unterschieden in Anlass und Durchführung bei rechtsmedizinischen und klinischen Obduktionen.

Methode

Es wurden die Todesbescheinigungen aller Personen gesichtet, die vom 17.03.2020 bis zum 31.05.2023 in München verstarben. Dieser Zeitraum beginnt mit den ersten Münchner COVID-aSf und umfasst den gesamten Zeitraum der Coronapandemie. Bei den identifizierten COVID-aSf wurden die korrespondierenden Obduktionsscheine und -berichte analysiert. Die Daten wurden im Anschluss an die standardisierte Dateneingabe anonymisiert und deskriptiv ausgewertet.

Ergebnisse

Im Studienzeitraum verstarben 48.125 Personen. Davon waren 3502 (7,3 %) COVID-aSf. Von diesen wurden 182 obduziert: 62 (34,6 %) wurden rechtsmedizinisch und 120 (65,4 %) klinisch obduziert. Die Obduktionsquote der COVID-aSf lag somit bei 5,2 %. Klinische Obduktionen wurden fast ausschließlich in Kliniken mit eigenen pathologischen Instituten durchgeführt. Rechtsmedizinische und klinische Obduktionen unterschieden sich hinsichtlich Geschlechts‑, Altersverteilung und Sterbeorten der Obduzierten. Ebenso bestanden Unterschiede in Fragestellungen der Auftraggeber, angewandten Obduktionsmethoden und Inhalten der Obduktionsberichte.

Diskussion

Die Studie ermittelt erstmals in Deutschland die Obduktionsquote für COVID-aSf. Diese Renaissance der Obduktion sollte nicht auf die Zeit der COVID-19-Pandemie beschränkt bleiben Die Qualitätssicherung sollte im Rahmen des Nationalen Obduktionsnetzwerks (NATON) ausgebaut werden, um eine einheitliche Vorgehensweise in Rechtsmedizin und Pathologie zu gewährleisten.
Titel
COVID-19-Pandemie – rechtsmedizinische und klinische Obduktionen in München
Verfasst von
Prof. Dr. med. habil. S. Gleich
D. Wohlrab
M. Rudelius
G. Weirich
M. Graw
B. Schäffer
Publikationsdatum
13.08.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Rechtsmedizin / Ausgabe 5/2025
Print ISSN: 0937-9819
Elektronische ISSN: 1434-5196
DOI
https://doi.org/10.1007/s00194-025-00782-4
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