Skip to main content
main-content

21.01.2019 | Basalzellkarzinom | Nachrichten

Weniger effektiv, aber schöneres Ergebnis

Basalzellkarzinom: MAL-PDT vs. Fluorouracil und Imiquimod

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

In einer Studie verglichen die Autoren das kosmetische Ergebnis von verschiedenen Therapieansätzen bei Patienten mit Basalzellkarzinomen. Die photodynamische Therapie mit Methyl-Aminolevulinat (MAL-PDT) schnitt dabei am besten ab. Allerdings war sie auch weniger effizient als Fluorouracil oder Imiquimod.

Die Inzidenz von Basalzellkarzinomen ist steigend und beträgt in Deutschland etwa 200 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr [1]. Da auch immer mehr jüngere Menschen betroffen sind, wird das kosmetische Ergebnis der Therapie zunehmend wichtiger [2,3].

In einer Studie verglichen die Autoren zunächst die Effizienz dreier unterschiedlicher nicht-invasiver Behandlungen bei oberflächlichen Basalzellkarzinomen. 601 Patienten wurden entweder zu einer photodynamischen Therapie mit Methyl-Aminolevulinat (MAL-PDT, n = 202), zu Imiquimod (n = 198) oder zu Fluorouracil (n = 201) randomisiert. Die Ergebnisse bezüglich der Effizienz wurden bereits 2013 publiziert [4]. Dabei war Imiquimod einer MAL-PDT überlegen. Fünf Jahre nach der Therapie zeigte sich Imiquimod ebenfalls effizienter als die anderen beiden Behandlungsstrategien [5].

In einer neuen Auswertung der gleichen Studie bewerteten die Autoren das kosmetische Ergebnis fünf Jahre nach der Therapie mittels einer 4-Punkte-Skala (schlecht, ausreichend, gut, exzellent).

89,5% (137/153) der Patienten erreichten mit MAL-PDT ein gutes oder exzellentes kosmetisches Ergebnis. Unter Imiquimod- oder Fluorouraciltherapie war die Rate mit 81,8% (121/148) bzw. 84,7% (133/157) etwas geringer. Die relativen Risiken (RR), nur ein ausreichendes oder schlechtes Resultat zu erhalten, betrug, im Vergleich zu MAL-PDT, 0,91 für Imiquimod (95% Konfidenzintervall KI: 0,83-1,00; p = 0,03) und 0,95 für Fluorouracil (95% KI: 0,87-1,03; p = 0,11).

Die Ergebnisse waren für Patienten ohne Rezidiv besser. Hier wurde das kosmetische Ergebnis nach MAL-PDT bei 96,3% der Patienten (105/109) als gut oder exzellent bewertet. Mit Imiquimod und Fluorouracil erreichten weniger Probanden ein solches Resultat (83,1% bzw. 87%). Die Wahrscheinlichkeit, ein gutes oder exzellentes kosmetisches Ergebnis zu erzielen, war mit Imiquimod und Fluorouracil insgesamt geringer als mit einer MAL-PDT. Alle drei Behandlungsmöglichkeiten waren hinsichtlich der Ästhetik aber besser geeignet als die Exzision eines Tumorrezidivs oder eine alternative Therapie.

Fazit

Bei der Therapie von Basalzellkarzinomen war das kosmetische Ergebnis nach fünf Jahren mit MAL-PDT besser als mit Imiquimod oder mit Fluorouracil. Allerdings zeigte sich die MAL-PDT weniger effizient als die Vergleichstherapien. Fünf Jahre nach der Behandlung war die Wahrscheinlichkeit eines tumorfreien Überlebens mit MAL-PDT 62,7%, mit Imiquimod 80,5% und mit Fluorouracil 70%. Die Autoren sehen daher Imiquimod noch immer als erste nicht-invasive Therapiewahl für die meisten Patienten mit primären Basalzellkarzinomen an.

Das Wichtigste in Kürze

Frage: Welche nichtinvasive Therapie bringt Patienten mit Basalzellkarzinom das beste kosmetische Ergebnis?

Antwort: Das kosmetische Ergebnis war mit MAL-PDT etwas besser als mit Imiquimod oder Fluoruracil.

Bedeutung:  Zwar ist das kosmetische Resultat besser, die Effizienz der MAL-PDT ist jedoch geringer als die der Vergleichstherapien. Die Autoren sehen daher Imiquimod noch immer als erste nicht-invasive Therapiewahl für die meisten Patienten mit primären Basalzellkarzinomen an.

Literatur

Weiterführende Themen

Passend zum Thema

ANZEIGE

Vorgehen in der Praxis mit der Kombination Adapalen/BPO

Die Möglichkeiten der topischen Akne-Therapie haben sich in den letzten Jahren erweitert. Bei leichten bis mittelschweren Anke-Formen gelten topische Lösung vielfach als Therapie der ersten Wahl.

ANZEIGE

Akne-Läsionen unter topischer Therapie reduziert

Der Akne liegt eine chronische Entzündung zugrunde. Ziel der Therapie ist deshalb eine frühe Entzündungskontrolle, um Papeln und Pusteln, sekundär auch entstellende Narben zu verhindern. Die europäische S3-Leitlinie empfiehlt als Basistherapeutika unter anderem topische Retinoide und BPO (Benzoylperoxid).

ANZEIGE

Topisch mehr erreichen bei Akne

Vielfach kommen zur Behandlung von Akne topische Fixkombinationen zum Einsatz, wobei sowohl die synergistische Wirksamkeit als auch der positive Einfluss auf die Adhärenz bei der Therapiewahl eine Rolle spielen. Selbst die schwere papulopustulöse Akne lässt sich inzwischen topisch effektiv behandeln. Erfahren Sie mehr über die moderne Akne-Therapie…

Bildnachweise