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01.08.2014 | Originalien | Ausgabe 4/2014

Rechtsmedizin 4/2014

Beeinflussung der Alkoholabstinenzkontrolle durch Händedesinfektion

Zeitschrift:
Rechtsmedizin > Ausgabe 4/2014
Autoren:
S. Geßner, E. Below, C. Wegner, C.-D. Heidecke, S. Diedrich, B. Bockholdt, A. Kramer, H. Below
Wichtige Hinweise
A. Kramer und H. Below haben zu gleichen Teilen zur der Arbeit beigetragen.

Zusammenfassung

Hintergrund

Im Rahmen der forensischen Fahreignungsbegutachtung wird Ethylglucuronid (EtG) als Alkoholkonsummarker im Urin bestimmt. Der Einsatz von ethanolischen Händedesinfektionsmitteln in Kliniken und Laboren dient bei Teilnahme an einem Alkoholabstinenzprogramm gelegentlich als Rechtfertigung bei grenzwertüberschreitenden EtG-Werten (> 100 ng/ml).

Ziel der Arbeit

In der vorliegenden Studie wurden der Einfluss einer chirurgischen und/oder hygienischen Händedesinfektion mit einem ethanolhaltigen Desinfektionsmittel auf die Konzentration von EtG im Urin und damit mögliche Auswirkungen auf ein Alkoholabstinenzkontrollprogramm überprüft.

Material und Methoden

Es sollten 34 Freiwillige aus Klinik und Labor, während sie die für ihren üblichen Arbeitsdienst notwendigen Händedesinfektionen durchführten, 48 h vor und während der Untersuchung auf jeglichen Alkoholgenuss und auf die Anwendung sonstiger alkoholhaltiger Produkte verzichten. Alle Spontanurinproben wurden im Laufe des Tages bis zum nächsten Morgen einzeln gesammelt. Die Analytik auf EtG erfolgte mithilfe eines Immunoassays und nachfolgender Quantifizierung über Liquid-Chromatographie-Massenspektrometrie/Massenspektrometrie (LC-MS/MS).

Ergebnisse

Im Laufe der Arbeitsschicht wurden Maxima von 51–958 ng/ml bei 25–43 durchgeführten Händedesinfektionen gemessen. Zwei Probanden überschritten noch am nächsten Morgen den Grenzwert mit 120,0 und 149,0 ng/ml.

Schlussfolgerung

Praxisübliche Händedesinfektionen können positive EtG-Werte im Urin bewirken, die am Tag der Durchführung den Grenzwert überschreiten. Unter Beachtung und bei Einhaltung der Einbestellungskriterien für Abstinenzkontrollprogramme sollten die EtG-Werte aber im Laufe des folgenden Tags unter den geforderten Grenzwert fallen, wenn bereits nach Einbestellung (maximal 24 h Differenz) keine weiteren Händedesinfektionen mit ethanolbasierten Präparaten durchgeführt bzw. alternative Maßnahmen ergriffen werden, um die Ethanolaufnahme zu begrenzen.

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