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18.10.2017 | Übersicht | Sonderheft 3/2017

Trauma und Berufskrankheit 3/2017

Behandlung der akuten Kniegelenksluxation

Zeitschrift:
Trauma und Berufskrankheit > Sonderheft 3/2017
Autoren:
PD Dr. S. T. Shafizadeh, B. Bouillon, J. H. Naendrup, V. Jaecker, T. R. Pfeiffer

Zusammenfassung

Kniegelenksluxationen stellen seltene, aber schwerwiegende Kniegelenksverletzungen dar. Da die Verletzung oftmals im Rahmen von Hochrasanztraumen entsteht, sind häufig junge aktive Patienten betroffen. Dabei sind kombinierte Verletzungen des vorderen und hinteren Kreuzbandes mit Beteiligung des medialen bzw. lateralen Kapselbandapparates typische Verletzungsmuster. Das frühzeitige Erkennen und die Behandlung von neurovaskulären Begleitverletzungen sind therapieentscheidend und haben maßgeblichen Einfluss auf das Outcome. Röntgen, CT-Angiographie, Magnetresonanztomographie und Narkoseuntersuchung unter Durchleuchtung sind therapieweisende diagnostische Untersuchungen. Nach aktueller Datenlage hat das operative Vorgehen Vorteile gegenüber dem konservativen Vorgehen. Maßgeblich für die Wahl des Operationsverfahrens ist das Ausmaß der Gesamtverletzungsschwere. Ziel der operativen Versorgung ist in erster Linie die anatomisch korrekte femorotibiale Einstellung und Stabilisierung des Kniegelenks. Im Rahmen von Polytraumen oder bei Vorliegen von Gefäßverletzungen ist die Anlage eines Fixateur externe zu empfehlen. Ansonsten haben rekonstruktive Operationsverfahren in den ersten 14 Tagen nach Verletzung Vorteile gegenüber verzögerten Rekonstruktionsverfahren. Rekonstruktionsstrategien und -techniken müssen jeweils individuell an das Verletzungsmuster angepasst werden und hängen unter anderem auch von klinikabhängigen Ressourcen und der Erfahrung des Chirurgen ab. Trotz optimaler Versorgung und Nachbehandlung verbleiben nicht selten Restinstabilitäten, Funktions- sowie Belastungseinschränkungen. Das Risiko für die Entwicklung einer Kniegelenksarthrose ist zudem deutlich erhöht.

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