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01.09.2017 | Übersicht | Ausgabe 4/2017

Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie 4/2017

Behandlung traumatisierter Frauen in Deutschland

Transkulturelle Aspekte am Beispiel der 1000 Jesidinnen aus dem Nordirak

Zeitschrift:
Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie > Ausgabe 4/2017
Autor:
Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan

Zusammenfassung

Die Landesregierung in Baden-Württemberg hat aufgrund der katastrophalen Lage im Irak und in Syrien schutzbedürftige Menschen, v. a. junge Frauen, die in Geiselhaft des Islamischen Staats (IS) waren, nach Baden-Württemberg geholt. Bisher hat etwa ein Drittel der Betroffenen eine dolmetschergestützte Psychotherapie begonnen. Neben kulturellen Aspekten und der ethnischen Zugehörigkeit ist für die Therapie entscheidend, dass sowohl die Behandelnden als auch die Behandelten die Krankheit verstehen und richtig einordnen. Erklärungen der Behandelnden müssen dem Bildungsniveau und dem kulturellen Hintergrund der Betroffenen angepasst werden. Hinderliche Umstände dafür, dass die genaue Ursache der psychischen Erkrankung nicht verstanden wird (z. B. körperliche Schmerzen aufgrund innerpsychischer Konflikte), liegen möglichweise an multiplen sowie mehrfachen individuellen und kollektiven Belastungen (z. B. Krieg im Herkunftsland seit mehreren Generationen, geschlechtsspezifische und gesellschaftliche Benachteiligungen, Verhaftung von Familienmitgliedern oder deren Verschwundensein etc.). Diese müssen im Rahmen der Psychotherapie Berücksichtigung finden.

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