Skip to main content
main-content

17.12.2020 | kongress | Ausgabe 6/2020

ästhetische dermatologie & kosmetologie 6/2020

Bei Einsatz von Hyaluronsäure-Fillern: Hyaluronidase vorrätig halten

Zeitschrift:
ästhetische dermatologie & kosmetologie > Ausgabe 6/2020
Autor:
Angelika Bauer-Delto
Hyaluronidasen sind Enzyme, die Hyaluronan, einen wichtigen Bestandteil der extrazellulären Matrix im Bindegewebe, abbauen. In der Haut baut körpereigene Hyaluronidase pro Tag rund ein Drittel der gebildeten Hyaluronsäure ab, die sich etwa alle drei Tage erneuert, erklärte Dr. Melanie Hartmann, Hamburg. Im Laufe des Älterwerdens gerät der Auf- und Abbau von Hyaluronsäure aus der Balance, der Gehalt an Hyaluronsäure reduziert sich und im Zusammenspiel mit einem Verlust an Elastin und Kollagen kommt es zu vermehrter Faltenbildung. In der ästhetischen Dermatologie wird zur Fillerbehandlung von Falten meist bevorzugt Hyaluronsäure eingesetzt. Einer der Vorteile sei, dass diese notfalls durch die Anwendung von Hyaluronidase wieder abgebaut werden können, so Hartmann. Die Injektion von Hyaluronidase führt über enzymatische Auflöseprozesse zu einer schnellen Degradation des komplexen Hyaluronsäurenetzwerks in Hyaluronsäurefragmente. Die Spaltung sei insbesondere für niedrig- und geringgradig vernetzte Hyaluronsäure belegt, Studien zu höher vernetzten Produkten dürfen mit Spannung erwartet werden, berichtete Hartmann. Applizierte Hyaluronidase induziert gleichzeitig aber auch eine Neusynthese von Hyaluronsäure in Fibroblasten und kompensiert somit den vorübergehenden Abbau der nativen Hyaluronsäure, erklärte Hartmann. Wer mit Hyaluronsäurefillern arbeitet, solle als Antidot unbedingt Hyaluronidase vorrätig halten. Damit könne nicht nur eine Überkorrektur behoben werden. Gerade bei nekrotischen, visuellen oder anaphylaktischen Komplikationen infolge einer intravasalen Injektion von Hyaluronsäure gelte es, rasch zu handeln. Hartmann empfahl, dann das Behandlungsareal großzügig mit Hyaluronidase zu fluten. Auch bei perivasaler Applikation komme es zu den gewünschten intravasalen Effekten gegen die versehentlich dort injizierte Hyaluronsäure. ...

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 6/2020

ästhetische dermatologie & kosmetologie 6/2020 Zur Ausgabe

Neu im Fachgebiet Dermatologie

Mail Icon II Newsletter

Bestellen Sie unseren kostenlosen Newsletter Update Dermatologie und bleiben Sie gut informiert – ganz bequem per eMail.

Bildnachweise