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17.10.2016 | Übersicht | Ausgabe 4/2016

Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie 4/2016

Beiträge der deutschsprachigen forensischen Verhaltenswissenschaft zur kriminalprognostischen Methodenentwicklung

Zeitschrift:
Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie > Ausgabe 4/2016
Autoren:
Klaus-Peter Dahle, Robert J. B. Lehmann

Zusammenfassung

Die Beurteilung der Kriminalprognose eines Rechtsbrechers ist ein komplexer Prozess der zielgerichteten Informationsgewinnung und ihrer integrativen Bewertung. Ihr Zweck muss sich dabei nicht auf die bloße Einschätzung der Rückfallwahrscheinlichkeit eines Rechtsbrechers beschränken. Er kann auch darin bestehen zu verstehen, warum der Rechtsbrecher überhaupt eine bestimmte Tat begangen hat; beispielsweise, um Entscheidungsträger in die Lage zu versetzen, hierauf angemessen zu reagieren, effiziente Interventionen zu planen oder ein auf den Einzelfall zugeschnittenes Risikomanagement zu entwickeln.
Die Methoden der Kriminalprognose haben sich in den letzten Dekaden beträchtlich weiterentwickelt. Anliegen des vorliegenden Beitrags ist es, eine Übersicht über grundsätzliche methodische Ansätze für eine wissenschaftlich begründbare Beurteilung kriminalprognostischer Fragen, ihrer jeweiligen Stärken und Begrenzungen sowie den Stand ihrer jeweiligen Beforschung zu geben. Der Fokus liegt dabei auf dem deutschsprachigen Raum. Dieser Schwerpunkt erfolgt nicht zuletzt auch deshalb, weil das deutsche Rechtssystem bei der Beurteilung von strafrechtsrelevanten Rückfallrisiken besondere Anforderungen an den Individualisierungsgrad und die Berücksichtigung etwaiger Besonderheiten des Einzelfalls stellt. Andererseits stammen sehr viele derzeit gebräuchliche Methoden und Instrumente aus dem (zumeist englischsprachigen) Ausland. Aus diesem Grund wird zunächst ein Abriss der internationalen Prognoseforschung gegeben.

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