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Extrazelluläre Vesikel – Potenziale für die Augenheilkunde

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Zusammenfassung

Hintergrund

Extrazelluläre Vesikel (EV), insbesondere kleine EV und Mikrovesikel, gelten als vielversprechende Biomarker, da sie molekulare Informationen ihres Ursprungsgewebes transportieren und pathologische Prozesse widerspiegeln können. Für Augenerkrankungen rücken sie zunehmend in den Fokus.

Ziel der Arbeit

Ziel dieser Arbeit war es, den aktuellen Kenntnisstand zur Rolle von EV als Biomarker für okuläre Erkrankungen darzustellen, Probenquellen zu vergleichen und methodische Herausforderungen sowie klinische Perspektiven zu diskutieren.

Material und Methoden

Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche aktueller Originalarbeiten und Reviews, ergänzt durch tabellarische Zusammenfassungen identifizierter EV-assoziierter Marker für okuläre Erkrankungen.

Ergebnisse

Das Potenzial von EV aus Tränen, Kammerwasser, Glaskörper, Blut und Urin als Biomarker für Augenerkrankungen ist aktuell Gegenstand intensiver Forschung. Neben Unterschieden in EV-Konzentration und -Größe werden auch krankheitsspezifische Signaturen beschrieben. Zahlreiche EV-assoziierte Moleküle (v. a. microRNAs [Ribonukleinsäure], Proteine) werden mit Erkrankungen wie der diabetischen Retinopathie, der altersabhängigen Makuladegeneration, Glaukom, Myopie und okularen Tumoren in Verbindung gebracht.

Diskussion

Obwohl EV großes diagnostisches und prognostisches Potenzial besitzen, fehlen bislang validierte Marker und standardisierte Isolations- und Nachweismethoden. Wichtige Herausforderungen sind Kontaminationen durch Lipoproteine, geringe Probenvolumina sowie interindividuelle Einflüsse (z. B. Alter, Geschlecht, Nüchternstatus). In der Zukunft könnten kleine EV und Mikrovesikel nach Überwindung dieser technischen Herausforderungen als Flüssigbiopsie für Screening und Monitoring von okulären Erkrankungen Anwendung finden.

Graphic abstract

Titel
Extrazelluläre Vesikel – Potenziale für die Augenheilkunde
Verfasst von
Melanie E. Schwämmle, M.Sc.
Katharina M. Blatz
PD Dr. Felicitas Bucher, M.D.
Publikationsdatum
09.02.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Ophthalmologie / Ausgabe 3/2026
Print ISSN: 2731-720X
Elektronische ISSN: 2731-7218
DOI
https://doi.org/10.1007/s00347-026-02391-2
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Bildnachweise
Progression verlangsamen/© Santen GmbH, Myopie verlangsamen/© Santen GmbH, Glaukom Therapie/© Santen GmbH, Trockenes Auge/© Santen GmbH