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Plasmaproteomik bei altersbedingter Makuladegeneration

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Zusammenfassung

Hintergrund

Die neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration (nAMD) zeigt ein heterogenes Therapieansprechen auf Anti-VEGF, dessen Ursachen bislang unzureichend verstanden sind. Klassische Ansätze fokussieren auf Einzelmarker, während die multifaktorielle, systemische Prägung der Erkrankung weniger berücksichtigt wird.

Methode

In der BIOMAC-Kohorte wurde das Blutproteom von Patient*innen mit nAMD systematisch analysiert. Mithilfe massenspektrometrischer Verfahren, Dimensionsreduktion und Musterklassifikatoren wurden proteomische Signaturen erfasst und mit klinischen Phänotypen in Beziehung gesetzt. Ergänzend wurden metabolomische Analysen durchgeführt, u. a. mit Fokus auf Xenobiotika.

Ergebnisse

Die Daten zeigen eine klare, aber komplexe Prägung durch systemische Signale: Ein Subkollektiv war charakterisiert durch oxidativen Stress- und respiratorische Muster, unabhängig von morphologischen Augenbefunden. Einzelne Proteine wie Aldolase C konnten mit dem Verlauf assoziiert werden, besaßen aber alleine keine prädiktive Kraft. Erst die hochdimensionalen Muster vieler Proteine ermöglichten eine signifikante, wenn auch nicht perfekte Trennung zwischen effektiv kontrollierten und chronisch aktiven CNV-Verläufen. Metabolomische Analysen identifizierten darüber hinaus unerwartete Kandidaten wie das Süßungsmittel Saccharin, das in Patienten- und Tiermodellen konsistent protektiv wirkte.

Schlussfolgerung

Systemische Plasmaproteom- und Metabolomsignaturen spiegeln den klinischen Phänotyp der nAMD wider. Moderne statistische Methoden, unterstützt durch künstliche Intelligenz, sind entscheidend, um diese komplexen Daten nutzbar zu machen. Auch wenn bislang kein valider Einzelbiomarker vorliegt, eröffnen die Musteranalysen neue Translationspfade und potenziell erweiterte therapeutische Zielräume.
Titel
Plasmaproteomik bei altersbedingter Makuladegeneration
Verfasst von
Dominik Hüsken
Emily Webster
Steffen E. Künzel
Vitus Knecht
Olaf Strauß
Antonia M. Joussen
Oliver Zeitz
Publikationsdatum
10.03.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Ophthalmologie / Ausgabe 3/2026
Print ISSN: 2731-720X
Elektronische ISSN: 2731-7218
DOI
https://doi.org/10.1007/s00347-026-02403-1
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Bildnachweise
Progression verlangsamen/© Santen GmbH, Myopie verlangsamen/© Santen GmbH, Glaukom Therapie/© Santen GmbH, Trockenes Auge/© Santen GmbH