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Blutstillung, Vena cava

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Ziel

Temporäre Blutstillung bei großen intraoperativen Defekten der Vena cava oder der Aorta abdominalis

Problem

Bei schwierigen retroperitonealen Salvage-Lymphadenektomien oder bei der Resektion infiltrierender Tumorthromben beim Nierenzellkarzinom können ausgedehnte Defekte der großen Abdominalgefäße entstehen. Lebensbedrohliche Blutverluste lassen sich meist nur dann effektiv durch Satinski- bzw. Gefäßklemmen oder Tourniquets kontrollieren, wenn das Gefäß kranial und kaudal des Defekts frei, d. h. nicht mehr von Tumorresiduen umschlossen ist.

Lösung und Alternativen

Sofern die V. cava noch nicht ausreichend mobilisiert ist, können herkömmliche 10 Charr. Ballon-Dauerkatheter zur schnellen und effektiven temporären Blutungsminderung verwendet werden. Die Katheter werden durch den Defekt selbst eingeführt oder kaudal durch einen zusätzlichen sapheno-femoralen Zugang im Lumen der V. cava platziert (Abb. 1) und vorsichtig geblockt, bis die Blutung gerade eben sistiert. 

Idealerweise sollte durch den kranialen Ballon auch der venöse Zustrom aus der kontralateralen Nierenvene blockiert werden. Ein zu starkes Blocken der Katheterballons kann zu Intimaeinrissen der V. cava führen und ist daher zu vermeiden.

Nach Beherrschen der akuten Blutung auf diese Weise können die V. cava bzw. der Tumor mobilisiert, Gefäßklemmen gesetzt und der Defekt anschließend direkt oder mittels einer Patch-Erweiterungsplastik versorgt werden. Ein analoges Vorgehen bei Defekten der Aorta abdominalis ist möglich.

Weiterführende Tipps

→ Hämostyptika, intraoperativ; → Gefäßligatur; → Thrombus, intraoperativ

Literatur

  • McLoughlin J, Boyle PJ (1993) Control of torrential haemorrhage of the vena cava using Foley catheters. British Journal of Urology 74: 515