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Zusatzeffekte von Bisphosphonaten nutzen

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Auszug

Bisphosphonate weisen nicht nur eine sehr gute fraktursenkende Wirkung auf, sondern auch über die Osteoporosebehandlung hinausgehende positive Effekte. Diese fließen aber nur selten in die Therapieentscheidung ein, wie Prof. Ulrich Liener konstatierte. Der Orthopäde der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Marienhospital Stuttgart nannte fünf klinisch relevante Nebeneffekte von Bisphosphonaten beziehungsweise Antiresorptiva:
1.
Prävention kardiovaskulärer Ereignisse: Bereits im Jahr 2018 konnte bei über 65-jährigen Frauen mit Osteopenie eine signifikante Senkung der Rate an Myokardinfarkten (Odds ratio, OR 0,61) und Schlaganfällen (OR 0,85) nachgewiesen werden [Reid IR et al. NEJM. 2018;379(25):2407-16]. Das bestätigte sich in einer aktuellen dänischen Kohortenstudie: Gegenüber einer Osteoporosetherapie mit Nicht-Bisphosphonaten betrug die Risikoreduktion 33 % [Rodríguez A et al. J Clin Endocrinol Metab. 2020, 105(10): 3215-25].
 
2.
Längere Standzeit von Endoprothesen: Aseptische Lockerungen sind der häufigste und bisher kaum behandelbare Grund für Revisionseingriffe. Unter Bisphosphonattherapie treten sie deutlich seltener auf [Prieto-Alhambra D et al. BMJ. 2011;343:d7222; Teng S et al. PLoS ONE. 2015;10(10): e0139927].
 
3.
Prävention der Osteosarkopenie: Die insbesondere bei Älteren oft mit einer Osteoporose vergesellschaftete Sarkopenie bedingt eine erhöhte Sturz- und damit Frakturneigung. Insbesondere für Denosumab ist - unabhängig vom Effekt auf die Knochendichte - eine deutliche Verbesserung von Muskelkraft und -funktion sowie Sturzangst belegt [u. a. Rupp T et al. Osteoporos Int. 2022;33(10):2177-84].
 
4.
Tumorprävention: Bereits seit Mitte der 1990er-Jahre sei bekannt, dass Zoledronat zur Apoptose von Tumorzellen führt, synergistisch mit einer Chemotherapie wirkt und die Besiedlung von therapeutischen Nischen vermindert, so Liener. Beim frühen, nicht metastasierten Mammakarzinom verbesserte die adjuvante Bisphosphonat-Therapie (2 × 4 mg Zoledronat pro Jahr) bei postmenopausalen Brustkrebspatientinnen unter Ovarsuppression das knochenmetastasenfreie und das Gesamtüberleben.
 
5.
Reduzierte Mortalität: Eine weitere Analyse zu den Zusatzeffekten von 4 ×5 mg Zoledronat über sechs Jahre ergab zusätzlich zu den zuvor genannten Aspekten - Prävention von kardiovaskulären Ereignissen (Hazard ratio, HR 0,76), Tumoren (gesamt HR 0,67, Brustkrebs HR 0,58) - auch eine Reduktion der Mortalität (HR 0,65) [Reid IR et al. J Bone Min Res. 2020;35(1):20-7].
 
Titel
Zusatzeffekte von Bisphosphonaten nutzen
Verfasst von
Dr. rer. biol. hum. Wiebke Kathmann
Publikationsdatum
23.06.2025
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Orthopädie & Rheuma / Ausgabe 3/2025
Print ISSN: 1435-0017
Elektronische ISSN: 2196-5684
DOI
https://doi.org/10.1007/s15002-025-5086-7

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Bildnachweise
Teaserbild Blutungsrisko managen bei Antikoagulation - Waage/© Leo Pharma GmbH, Vortrag Frankfurter Gerinnungssymposium/© LEO Pharma GmbH (Screenshot aus Vortrag), 3 Empfehlungen für niereninsuffiziente Patienten/© LEO Pharma GmbH, Thrombus und Patientin im Gespräch/© crevis / adobe.stock.com (Symbolbild mit Fotomodell), Teaserbild Ärztin mit Patientin im Gespräch vor Bildschirm/© RFBSIP/ AdobeStock (Symbolbild mit Fotomodellen), Frau macht Yoga am Ufer eines Sees/© Westend61 | GettyImages