Skip to main content
main-content

How to: Eltern durch die Schreiphasen richtig begleiten

Dies ist ein Angebot unseres Content-Partners* Engelhard Arzneimittel, der für diesen Inhalt verantwortlich ist.
ANZEIGE

31.08.2021 | Onlineartikel

Exzessives Schreien bei Säuglingen

How to: Eltern durch die Schreiphasen richtig begleiten

Säug­lings­blä­hun­gen, Drei­mo­nats­ko­li­ken, Schreiba­bys: Über die Be­griff­lich­kei­ten lässt sich dis­ku­tie­ren. Fakt ist, dass je nach Al­ter 10-25 % der Säug­lin­ge un­ter ex­zes­si­ven Schrei­epi­so­den lei­den.[1] Die Fol­ge: Ge­stress­te El­tern. Die­se Tipps hel­fen Ih­nen, El­tern ge­zielt durch die­se Zeit zu be­glei­ten.

1. „Wir“-Gefühl schaffen: Eltern in die Diagnoseerhebung integrieren

Die Idee dahinter ist einfach und dennoch effektiv: Je intensiver Ihr Austausch mit den Eltern ist, desto größer wird der Vertrauensbonus auf Ihrer Seite. Das wiederum schafft Ihnen Gehör für Aufklärung und Ratschläge. Ein positiver Nebeneffekt: Eltern sind dadurch bereitwilliger, persönliche und familiäre Einblicke zu teilen. Dies ist besonders wertvoll bei der Diagnoseerhebung des exzessiven Schreiens, da die elterliche Dokumentation wichtiger Bestandteil jedes diagnostischen Einzelschritts ist:[1]

1. Leitsymptome des exzessiven Schreiens erkennen:[1]

  • Akut auftretende, unstillbare Schrei- oder Unruheepisoden ohne erkennbare Ursache
  • Fehlendes Ansprechen auf angemessene Beruhigungshilfen
  • Kurze Tagschlafphasen (meist < 30 Minuten Dauer) mit ausgeprägten Einschlafproblemen
  • Gehäuftes Auftreten in den Abendstunden mit abendlicher kumulativer Überreizung/Übermüdung
  • Blähungen mit geblähtem Abdomen, hochrotem Hautkolorit und Hypertonie der Muskulatur (klinisches Syndrom der sogenannten "Säuglingskoliken") bei ca. einem Drittel der Fälle [2]

2. Beurteilung des Schweregrades [1]

  • Tageszeitliche Verteilung und Dauer der Schreiphasen, Fütterungs- und Schlafzeiten (Schreitagebuch)
  • Beginn und Verlauf des unstillbaren Schreiens, Erfassung komorbider Fütterungs- oder Schlafprobleme
  • Selbstregulatorische Fähigkeiten des Säuglings (Beobachtung, evtl. videogestützt)

3. Entwicklungsgeschichte erfassen [1]

  • Begleitende somatische Erkrankungen oder Behinderungen des Kindes
  • Biologische und psychosoziale Belastungen der Eltern
  • Elterliche Vorerfahrung mit Regulationsstörungen in der eigenen Kindheit/Vorgeschichte (Anamnese)

4. Weitergehende Diagnostik und Differentialdiagnostik [1]

Interaktionsdiagnostik (videogestützte Beobachtung) der Eltern-Kind-Beziehungen zur Abschätzung:

  • Der elterlichen Responsivität/Sensitivität in störungsspezifischen Kontexten (z. B. beim Wickeln, Füttern oder Spielen)
  • Der Angemessenheit des elterlichen Verhaltens
  • Dysfunktionale Interaktions- bzw. Kommunikationsmuster zwischen Kind und Eltern
  • Schlafgewohnheiten der Familie und Einschlafrituale
  • Entwicklungsanamnese der Essfertigkeiten

5. Aufrechterhaltende Faktoren des exzessiven Schreiens erfassen [1]

  • Elterliche Psychopathologie (aktuell oder zurückliegend, besonders Depression, Angst und Essstörungen)
  • Elterliche Bedeutungszuschreibung und dysfunktionale Gedanken der Eltern in Bezug auf die Regulationsproblematik
  • Familiäre Lebenssituation und Krisen
  • Erziehungsvorstellungen und -normen der Eltern

Diagnose Exzessives Schreien: "3er-Regel" nach Wessel [2]

„Kinder schreien täglich mehr als 3 Stunden, an mindestens 3 Tagen in der Woche und das über wenigstens 3 Wochen und reagieren dabei kaum auf die Beruhigungsversuche der Eltern.“

Die Ursachen exzessiver Schreiepisoden, besonders in den ersten Lebensmonaten sind vielschichtig. So können unter anderem Blähungen und Koliken, schmerzhafte Krämpfe des Darms, Schlafstörungen, Fütterungsstörungen, seelische Belastungen (durch Umweltfaktoren wie Licht, Lautstärke, Gerüche) oder Regulationsstörungen Ursachen für die Fehlregulation sein. [1]

2. Ängste nehmen und Aufklären

Steht die Diagnose „Säuglingskolik“ im Raum, ist die Verunsicherung vieler Eltern groß: „Wird mein Kind bleibende Schäden davontragen?“, „Wenn ja: Welche?“ Eine aktuelle Vergleichsstudie aus Melbourne, Australien, liefert Antworten. Die Autoren untersuchten die Daten zweier bevölkerungsbezogener, prospektiver Kohortenstudien mit Kindern im Alter von 2 bis 3 Jahren.[3] Das Fazit der Studie: In Bezug auf kindliches Verhalten, Temperament, Regulationsfähigkeit und Familienleben waren zwischen „Kolik-Babys“ und „Nicht-Kolik-Babys“ keine signifikanten Unterschiede erkennbar.[3]

Für viele Eltern kann diese Erkenntnis Erleichterung bringen: Mit der Gewissheit, dass exzessive Schreiphasen nicht mit Folgeschäden assoziiert sind sowie eine zeitliche Begrenzung erfahren, kann der damit verbundene Stress oftmals besser verarbeitet werden.

Das Studiendesign

Patientenkollektiv [3]

Baby Biotics-Studienteilnehmer(„Kolik-Babys“): Kinder, die innerhalb der ersten 6 Lebensmonate die Diagnose Säuglingskolik (gemäß Wessel-Kriterien) [2] erhielten.Baby Business-Studienteilnehmer („Nicht-Kolik-Babys“): Kinder, die kein exzessives Schreien nach Wessel innerhalb der ersten 6 Monate zeigten.

Methodik zur Bestimmung des Outcomes [3]

Outcome

Methodik

Verhalten

Verhaltenscheckliste für Kinder [4]

Temperament

Bewertung durch die Eltern anhand eines 5-Punkte Likert-Skala Bewertungsbogens [5]

Schlafstörung

Kurzer Fragebogen zum kindlichen Schlaf [6]

Fütterungsstörung

Meldung von Fütterungsproblemen durch die Eltern

Schreiprobleme

Meldung von Schreiproblemen durch die Eltern [7]

Familienleben

Fragebogen PedsQL (Pediatric Quality of Life Inventory) [8]

Psychische Gesundheit der Mutter

- K10-Skala für unspezifischen psychischen Distress von Kessler et al. (bei Kolik-Kohorte verwendet) [9]

- Depressions-Angst-Stress-Skala (bei Nicht-Kolik-Kohorte verwendet) [10]

Ergebnisse der Studie [3]

74 % der Teilnehmer der Baby Biotics (n = 124, Kolik-Kohorte) Studie und 75 % der Baby Business Studienteilnehmer (n = 503, Nicht-Kolik-Kohorte) komplettierten die Fragebögen. Die detaillierte Analyse ergab keinen signifikanten Unterschied zwischen der Kolik-Kohorte (n=99) und der Nicht-Kolik-Kohorte (n=182) in Bezug auf das Auftreten von Verhaltensproblemen (Ø Unterschied 0.73; 95% Cl -3.96 zu 5.43, P- .76).

Tabelle 1: Patientenoutcome: Kolik-Kohorte vs. Nicht-Kolik-Kohorte

                      

Kolik-Gruppe
(n=85-99)

Nicht-Kolik-Gruppe
(n=182)

Outcome

Mean (SD) or n (%)

Internalisierende Auffälligkeiten

43,84 (11,52)

39,89 (8,74)

Externalisierende Auffälligkeiten

45,10 (10,60)

43,13 (8,51)

Auswirkungen auf das Familienleben

77,90 (21,41)

82,08 (18,75)

Extremausprägungen von Temperamentmerkmalen

18/95 (19)

4/180 (2)

Tagesschlaf-Störungen (ja/nein)

10/95 (11)

31/181 (17)

Nachtschlaf-Störungen (ja/nein)

23/95 (24)

45/181 (25)

Schreiprobleme (ja/nein)

19/96 (20)

19/181 (10)

Fütterstörungen

17/94 (18)

27/181 (15)

3. Den Einflussfaktor „Mama“ oder „Papa“ zur Sprache bringen

„Von postpartaler Depressivität sind 10-15 % aller Frauen nach einer Entbindung betroffen. Eine behandlungsbedürftige postpartale Depression (PPD) entwickelt sich daraus bei etwa der Hälfte der Betroffenen.“[11]

Der Anblick des leidenden Kindes, heftiges Schreien und die gestörte Nachtruhe – das alles sind Faktoren, die das Stresslevel der Eltern ansteigen lassen. Postpartale Depressionen bei Müttern können diese Situation zusätzlich verschärfen. Unsere Empfehlung: Thematisieren Sie die Herausforderungen der Eltern in dieser Zeit. CAVE: Säuglingskoliken können das Risiko der Entwicklung von postpartalen Depressionen bei Müttern erhöhen.[3]

4. Den Alltag gemeinsam vorbereiten

Auch wenn es sich bei Baby-Blähungen nicht um eine ernsthafte Erkrankung handelt, gehen sie mit einer hohen Belastung für Säugling und Eltern einher. Daher ist es wichtig, die Situation für alle Beteiligten zu entspannen. Jetzt sind Sie als primärer Ansprechpartner der Eltern gefordert, mit Ihrem Fachwissen und Erfahrungsschatz beratend zur Seite zu stehen, Eltern auf den bevorstehenden Alltag vorzubereiten und ihnen sichere und alltagstaugliche Strategien an die Hand zu geben. Ziel dieser Strategien sollte es sein, Blähungen und Schmerzen des Babys zu lindern und gleichzeitig für Beruhigung der Eltern zu sorgen. Hier eine Zusammenstellung ausgewählter Tipps:[12] 

Soforthilfe für das Baby
  • Ruhe
  • Geregelter Tagesablauf
  • Feste Abendrituale
  • Reduktion belastender Umweltfaktoren wie Licht, Lautstärke, Gerüche
  • Wärme für den Bauch
  • Fliegergriff
  • Pucken/Tragetuch
  • Sanfte Medikamente aus der Apotheke, z. B. Velgastin® Blähungen Suspension (zum Pflichttext)
Soforthilfe für die Eltern
  • „Geben Sie auch mal ab und tanken Sie Energie“: Nehmen Sie die Hilfe Ihres nahen Umfelds an. Geben Sie Ihr Baby auch mal in vertrauensvolle Hände ab.
  • „Nehmen Sie sich Zeit für sich“: Momente der Ruhe sind wichtig, um Kraft zu tanken.
  • „Pflegen Sie soziale Kontakte“: Ziehen Sie sich nicht zurück, sondern tauschen Sie sich aus.
  • „Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl“: Vertrauen Sie sich selbst und probieren Sie aus – es gibt nicht nur die eine Lösung.

5. Bauch, Baby und Alltag beruhigen: Soforthilfe mit Simeticon

Neben nicht-medikamentösen Maßnahmen wie Fliegergriff, Bauchmassage oder Wärme besteht ein Bedarf an sicheren, wirksamen und einfach zu verabreichenden Arzneimitteln. Velgastin® Blähungen Suspension ist ein solches sehr gut verträgliches Medikament von einem Hersteller mit jahrzehntelanger Expertise im Bereich der Pädiatrie. Der enthaltene Wirkstoff Simeticon löst Luftblasen und Schäume auf, indem es die Oberflächenspannung an den Schaumlamellen herabsetzt. In der Folge dünnen die Lamellen aus. Binnen weniger Sekunden nach Zugabe von Simeticon in therapeutisch wirksamen Konzentrationen kommt es zum vollständigen Zerfall der Schaumblasen.[13] Das in den Blasen enthaltene Gas wird freigesetzt und von der Darmwand resorbiert oder durch die Peristaltik eliminiert. Auf diese Weise können die Symptome von Schaumansammlungen im Magen-Darm-Trakt, wie sie für Säuglingsblähungen typisch sind, gelindert werden. Den entblähenden Effekten liegen physikalische Mechanismen zugrunde – ein wesentlicher Vorteil insbesondere für pädiatrische Patienten.

Das in Deutschland hergestellte Arzneimittel Velgastin® wirkt schnell und ist sehr gut und für Kinder bis 3 Jahre erstattungsfähig und zuzahlungsfrei. Weitere Vorteile: Velgastin® ist vegan, gluten- und lactosefrei sowie frei von Farbstoffen, Gelatine und Parabenen.

Impressum

Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG
Herz­berg­stra­ße 3 
D-61138 Nie­der­dor­fel­den 

Telefon: +49 6101 539-300
Telefax: +49 6101 539-315
E-Mail: info@engelhard.de

Per­sön­lich haf­ten­de Ge­sell­schaf­te­rin 
Engelhard Phar­ma GmbH, Herz­berg­stra­ße 3, 61138 Nie­der­dor­fel­den 

Ver­tre­ten durch 
Oli­ver Karl Ma­xi­mi­li­an Engelhard, Ri­chard Mark Engelhard, Dr. Rolf Engelhard 

Han­dels­re­gis­ter 
AG Ha­nau HRB 66 64     

Ge­schäfts­füh­rer
Oli­ver Karl Ma­xi­mi­li­an Engelhard, Ri­chard Mark Engelhard, Dr. Rolf Engelhard   

Han­dels­re­gis­ter 
AG Ha­nau HRA 54 59

USt.-Ident.-Nr. 
DE 11 200 3452

Literatur
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Bildnachweise