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01.09.2009 | Originalarbeit | Ausgabe 3/2009

Forum der Psychoanalyse 3/2009

Brauchen wir das Konzept der „Spaltung“?

Zeitschrift:
Forum der Psychoanalyse > Ausgabe 3/2009
Autor:
Siegfried Zepf

Zusammenfassung

Der Autor stellt das Zusammenwirken von Spaltung und anderen Abwehrmechanismen (Verleugnung, primitive Idealisierung, Allmacht, Entwertung), wie es insbesondere Kernberg als psychodynamische Erklärung einer Borderline-Persönlichkeitsstruktur vorgeschlagen hat, infrage. Es wird gezeigt, dass die Annahme einer Spaltung zu Widersprüchen führt und Verleugnung, primitive Idealisierung, Allmacht sowie Entwertung nicht als genuine Abwehrmechanismen angesehen werden können. Argumentiert wird u. a., dass auch die primitive Idealisierung eine Reaktionsbildung darstellt, dass sich die Allmacht dieser Persönlichkeiten einer transitiven Identifizierung mit den idealisierten Ich-Funktionen ihrer Objekte verdankt und sich die beschriebenen klinischen Phänomene auch ohne die Annahme eines aktiven Spaltungsmechanismus allein mit einer Verbindung von Projektion und primitiver Idealisierung bzw. mit Isolierungsprozessen begründen lassen.

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