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26.06.2019 | Schwerpunkt

Cannabis als Medizin

Auswirkungen des Gesetzes vom 6. März 2017 auf die Ärzteschaft

Zeitschrift:
Der Schmerz
Autoren:
Dr. Peter Cremer-Schaeffer, Werner Knöss, Karl Broich

Zusammenfassung

Mit dem vom Bundestag einstimmig beschlossenen Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften wurden die Möglichkeiten zur Verwendung von Cannabisarzneimitteln deutlich erweitert. Bereits zugelassene Cannabisarzneimittel können im Einzelfall auch außerhalb der zugelassenen Indikation zulasten der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) verschrieben werden. Auch für die nicht arzneimittelrechtlich zugelassenen Cannabisblüten und -extrakte sowie Dronabinol werden auf Antrag die Kosten einer Therapie von der GKV übernommen. Ärzte müssen ihre Patienten zu den Möglichkeiten einer Therapie mit Cannabisarzneimitteln beraten und bei der Antragstellung zur Kostenerstattung unterstützen. Besondere Herausforderungen ergeben sich bei der Verschreibung nicht zugelassener Cannabisarzneimittel, da hierzu keine Fachinformationen vorliegen, die für zugelassene Fertigarzneimittel obligatorisch sind. Darüber hinaus sind Ärzte verpflichtet, an einer Begleiterhebung teilzunehmen. Hierzu übermitteln Sie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Daten, die Auskunft über die Therapie mit Cannabisarzneimitteln geben. Bei der Verordnung von Cannabisarzneimitteln im Sinne des Gesetzes zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften vom 6. März 2017 übernehmen Ärzte eine besondere Verantwortung, die weit über die Verantwortung beim Einsatz von zugelassenen Fertigarzneimitteln hinausgeht.

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