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06.09.2019 | Onlineartikel

HR+ HER2- Mammakarzinom

CDK4/6-Inhibition: Standard auch bei viszeralen Metastasen

CDK 4/6-Inhibitoren können die Wirksamkeit einer endokrinen Therapie beim metastasierten Hormonrezeptor-positiven (HR+) HER2-negativen (HER2-) Mammakarzinom deutlich verbessern [1-3]. Damit stellt die Kombination den aktuellen Erstlinienstandard dar, konstatiert Dr. Manfred Welslau im Interview.

Welche Bedeutung hat die endokrine Kombinationstherapie mit einem CDK4/6-Inhibitor wie Palbociclib* beim metastasierten HR+ HER2- Mammakarzinom in Ihrem klinischen Alltag?

Welslau: Diese Kombinationstherapie hat einen hohen Stellenwert in unserer onkologischen Praxis. Unsere Patientinnen bleiben mit ihr deutlich länger ohne Progress als unter der endokrinen Monotherapie. Das bedeutet Lebensqualität für unsere Patientinnen. Und dies ist gerade in der ersten Therapielinie wichtig, da hier der Vorteil gegenüber der Monotherapie am größten ist und es vielen Patientinnen noch gut geht. Auch ermöglicht ein Erstlinieneinsatz der Kombinationstherapie einen deutlichen Aufschub der Chemotherapie.

Erstmals liegen nun Daten einer Phase-II-Studie zum direkten Vergleich mit Capecitabin vor [4]. Inwieweit konkurriert die Kombinationstherapie mit der Chemotherapie?

Welslau:  Laut Leitlinie ist beim metastasierten HR+ HER2- Mammakarzinom die endokrine Behandlung Therapie der Wahl [5]. Ausnahmen davon sind selten, z.B. wenn eine viszerale Krise vorliegt, also eine fortgeschrittene viszerale Metastasierung in Leber oder Lunge, die mit akut drohendem Organversagen einher geht. Diese Situation ist speziell in der ersten Therapielinie selten. Grundsätzlich gilt: Eine viszerale Metastasierung ist nicht automatisch eine Indikation für eine Chemotherapie. Auch die Kombinationstherapie mit einem CDK4/6-Inhibitor wirkt rasch – nach meiner Erfahrung meist innerhalb von vier bis sechs Wochen. Sie ist aber weniger belastend als eine Chemotherapie. Die aktuellen Daten der benannten Phase-II-Studie sehe ich als einen weiteren Beleg dafür, dass die endokrine Kombinationstherapie mit Palbociclib einer Capecitabin-Therapie überlegen ist [4].

Wie gehen Sie bei Nebenwirkungen vor?

Welslau: Die CDK4/6-Inhibitoren werden insgesamt gut vertragen. Die Hauptnebenwirkung, die Neutropenie, lässt sich durch Dosisanpassung bzw. Intervallverlängerung gut handhaben, falls dies notwendig ist. Die Neutropenie ist reversibel und das Risiko für eine febrile Neutropenie ist sehr gering. Die Patientinnen spüren die Blutveränderungen nicht, müssen sich aber regelmäßigen Blutbildkontrollen unterziehen. Darüber müssen sie aufgeklärt werden. Wir bestellen unsere Patientinnen regelmäßig – initial alle 14 Tage und danach einmal pro Zyklus – zur Blutbildkontrolle ein.

Wie äußern sich Ihre Patientinnen zu der Kombinationstherapie?

Welslau: Die Zufriedenheit der Patientinnen ist in meiner Wahrnehmung sehr hoch. Sie schätzen neben der Therapieverträglichkeit und der Hoffnung auf eine vergleichsweise lange progressionsfreie Zeit, dass die Behandlung ambulant und oral durchführbar ist. Viele meiner Patientinnen haben aus der (neo)adjuvanten Situation Chemotherapie-Erfahrung und sind froh, dass die Chemotherapie-Indikation deutlich hinausgeschoben werden kann.

* Palbociclib (Ibrance®) ist angezeigt zur Behandlung von Hormonrezeptor (HR)-positivem, humanem-epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasierten Brustkrebs in Kombination mit einem Aromatasehemmer sowie in Kombination mit Fulvestrant bei Frauen, die zuvor eine endokrine Therapie erhielten. Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Therapie mit einem LHRH-Agonisten (LHRH = Luteinizing Hormone-Releasing Hormone) kombiniert werden [6]. 

Mehr Informationen finden Sie hier.

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Literatur
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