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3. Preis Charity Award 2025 Dauereinsatz für Menschen mit Behinderung: Fordern, fördern, unterstützen!

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Die Stiftung Lebensspur aus Köln will Menschen mit Behinderung über alle Lebensabschnitte hinweg fördern, damit sie ihr Potenzial entfalten können. Inklusion soll gelebt – und nicht nur proklamiert werden. Für dieses Engagement wird die Initiative mit dem 3. Preis des Springer Medizin Charity Awards geehrt.

Einen Schulabschluss erwerben, selbstsicher den Beruf wählen, der Spaß macht, für den eigenen Lebensunterhalt sorgen und selbst über das eigene Leben bestimmen: Was für die meisten Menschen selbstverständlich ist, stellt für Frauen und Männer mit Behinderung häufig eine große Herausforderung dar.

„Menschen mit Behinderung gehen uns an“, betont das Team der Stiftung Lebensspur. Soziales Engagement bedeutet für die Kölner Initiative: fördern, fordern und unterstützen – erst recht, wenn es sich um junge Menschen handelt.

Im Fokus stehen Menschen mit Seh-, Hör- oder körperlichen Behinderungen, deren Persönlichkeit es zu stärken gilt. Inklusion soll keine Worthülse sein – sie soll gelebt werden, das ist die Botschaft. 

Nachhaltige Angebote, die früh ansetzen und langfristig wirken

Die 2012 gegründete und als gemeinnützig anerkannte Stiftung verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Es geht darum, die Entwicklung, Entfaltung und Erhaltung der persönlichen Potenziale derart zu stärken, dass eigene Fähigkeiten erkannt und genutzt werden können – und so eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben selbstverständlich wird.

Die Realität sieht nach dem Lebenslagenbericht jedoch anders aus: Die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung ist insgesamt schlechter als bei Menschen ohne Behinderung. Häufig sind Unterstützungsmaßnahmen zeitlich so befristet, dass sich zwar punktuell eine Linderung ergibt, aber ein Plan zur langfristigen Einbindung in das Umfeld der Betroffenen fehlt.

Genau hier setzt die Stiftung Lebensspur an – mit konkreten, nachhaltigen Angeboten, die früh ansetzen und langfristig wirken. „Wir wollen vor allem den jungen Menschen mit Behinderung aufzeigen, welche Möglichkeiten es gibt“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Lebensspur, Joachim Sandner, am Dienstagabend in Berlin bei der Verleihung des Charity Awards.

Kleingruppen-Workshops und Inspirationscamps

Konkrete Beispiele für die Arbeit der Stiftung sind Kleingruppen-Workshops zur Selbstbehauptung, Stress- und Angstbewältigung, zu Lerntechniken und Prüfungsvorbereitungen, zum ersten Job und zum eigenen Zuhause sowie zum Umgang mit Provokationen. Diese Workshops fördern die mentale Gesundheit und dienen der Unterstützung für eine möglichst selbstständige Lebensführung.

Die Präsenz-Veranstaltungen wurden seit der Corona-Pandemie mit Online-Formaten ergänzt – ein Schritt, der die Reichweite deutlich erhöht und neue Zielgruppen erschließt.

Speziell für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung bietet die Stiftung zweckungebundene Stipendien mit einer maximalen Laufzeit von 30 Monaten an. So sollen die zusätzlichen Bedarfe im Idealfall gedeckt werden, um die persönliche Entwicklung zu fördern und den Weg zur Hochschulreife zu erleichtern. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Ein besonders innovatives Format ist das mehrtägige Wissens- und Inspirationscamp für junge Menschen mit Behinderung in der Oberstufe. Dieser „Versuchsballon“, wie ihn die Stiftung selbst nennt, ist erfolgreich gestartet und gelandet: Mit einer Vielzahl an Themen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Handel, Handwerk und Kunst gibt das Camp jedem die Möglichkeit, direkte Kontakte zu knüpfen, Diskussionen im kleinen Kreis zu führen, selbst etwas zu probieren und Wissen zu vermehren.

„Wir machen das immer in Kleingruppen, damit jeder sich beteiligen kann. Jeder soll das Gefühl haben, dass ihm Zeit gegeben wird“, erklärte Sandner bei der Verleihung des Charity Awards.

Inklusion wird gelebt

Um professionell arbeiten und unterstützen zu können, hat die Stiftung im Laufe der Jahre verschiedene Gremien aufgebaut: ein Kuratorium, Botschafter und Ehrenbotschafter, eine Jury zur Vergabe der Stipendien sowie eine Projektgruppe für die Planung, Organisation und Umsetzung der Workshops.

Inklusion wird hier nicht nur proklamiert, sondern gelebt – im Ehrenamt wie auch durch Angestellte. „Überall, wo Menschen miteinander sprechen, können sie etwas bewegen“, ist Joachim Sandner überzeugt.

„Unser gemeinsames Bestreben ist, noch mehr Menschen mit Behinderungen in Deutschland zu erreichen, unser spezialisiertes Angebot ausbauen zu dürfen und gelebte Inklusion zu ermöglichen“, betont das Team.

Der Bedarf sei enorm – angesichts des demografischen Wandels, der Anpassungen im Bildungssystem und der Herausforderungen im unmittelbaren Lebensumfeld der Betroffenen.

Quelle: © Ärzte Zeitung


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Bildnachweise
3. Platz Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2025 in der Kategorie Charity/© Marc-Steffen Unger