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Nebenwirkungen bei Immuncheckpointinhibitoren (ICI)

Spektrum, Diagnostik und praktisches Therapiemanagement

Erschienen in:

Zusammenfassung

Die Einführung von Immuncheckpointinhibitoren (ICI) veränderte die Behandlung und die Prognose zahlreicher Tumorerkrankungen entscheidend. Grundsätzlich ist eine ICI-Therapie besser verträglich als eine klassische Chemotherapie, weist aufgrund ihres Wirkmechanismus aber auch ein neuartiges Nebenwirkungsspektrum auf. Durch die Blockade der Immuncheckpoints kann es zu verstärkten oder überschießenden Immunreaktionen kommen. Diese immunologisch vermittelten unerwünschten Effekte („immune-related adverse events“ [irAE]) können nahezu alle Organsysteme involvieren, wenngleich die Haut, der Darmtrakt, das endokrine System sowie Lunge und Leber am häufigsten betroffen sind. Eine rechtzeitige Diagnose von irAE ist essenziell. Sie werden üblicherweise nach den CTCAE-Kriterien (CTCAE: „common terminology criteria for adverse events“) klassifiziert. Im Rahmen einer PD-1-/PD-L1-Monotherapie (PD-1: „programmed death protein 1“, PD-L1: „programmed cell death 1 ligand 1“) sind die immunassoziierten Nebenwirkungen meist mild bis moderat; Toxizitäten Grad 3/4 treten nur mit einer Häufigkeit von ca. 14 % auf. Die duale Checkpointblockade (CTLA-4 [zytotoxisches T‑Lymphozyten-assoziiertes Protein 4] + PD-1/PD-L1) ist deutlich toxischer und zeigt Grad 3/4 Nebenwirkungen in der Größenordnung von 30–50 %. Vereinzelt sind auch schwere und selten sogar lebensbedrohliche Toxizitäten berichtet. Ab dem Auftreten einer Grad-3-Toxizität ist ein sofortiger Stopp der ICI-Therapie obligat. Initial besteht das Management der irAE aus einer topischen oder systemischen Steroidgabe, eine Therapieeskalation mit weiteren Immunsuppressiva erfolgt in Abhängigkeit von der Schwere und dem Organbefall sowie dem Ansprechen auf die Glukokortikoide.
Titel
Nebenwirkungen bei Immuncheckpointinhibitoren (ICI)
Spektrum, Diagnostik und praktisches Therapiemanagement
Verfasst von
Prof. Dr. U. M. Martens
J. Akkad
M. Weiss
Publikationsdatum
23.08.2019
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
best practice onkologie / Ausgabe 9/2019
Print ISSN: 0946-4565
Elektronische ISSN: 1862-8559
DOI
https://doi.org/10.1007/s11654-019-00165-8
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