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01.08.2009 | Geschichte der Gefäßchirurgie | Ausgabe 4/2009

Gefässchirurgie 4/2009

Chirurgie der chronischen venösen Insuffizienz und des Ulcus cruris venosum

Entwicklung der Venenchirurgie (Teil III)

Zeitschrift:
Gefässchirurgie > Ausgabe 4/2009
Autor:
Prof. Dr. W. Hach
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Buch Debus E.S., Gross-Fengels W. (Hrsg) Operative und interventionelle Gefäßmedizin. Springer Medizin Verlag 2009

Zusammenfassung

Zur Behandlung des Ulcus cruris venosum bei der chronischen venösen Insuffizienz (CVI) wurden Eingriffe am Geschwür selbst oder Operationen zur Veränderung der Zirkulationsbedingungen im betroffenen Bein durchgeführt. Bereits 1857, also lange vor Einführung der Antisepsis, erfand Johann Nepomuk Ritter von Nussbaum die Zirkumzision des Ulcus cruris, die bis vor wenigen Jahrzehnten auf der ganzen Welt zur Anwendung kam. Um die Wende zum 20. Jahrhundert waren die zirkulären und spiraligen Umschneidungen auf der ganzen Welt bekannt. Oft wurden sie mit lokalen Eingriffen oder auch mit dem Stripping kombiniert. In Deutschland wurde die Operation nach Friedel und Rindfleisch 1908 in den meisten Operationssälen durchgeführt
Nach Einführung der Phlebographie in die Diagnostik des postthrombotischen Syndroms wurde die Pathophysiologie der Krankheit besser verstanden. Die Insuffizienz der Venenklappen und die retrograde Blutströmung in den tiefen Leitvenen stellten sich als wesentliche pathogenetische Faktoren heraus. Eine schlechte Prognose ergab sich v. a. bei der totalen Klappeninsuffizienz im tiefen Venensystem. Im Jahre 1948 kamen gleich zwei Operationsmethoden auf, die durch Unterbindung der V. poplitea bzw. der V. femoralis superficialis eine Umleitung des Blutstrom in klappentragende Gefäße anstrebten. Sie wurden von G. Bauer in Marienstad (Schweden) sowie von Linton und Hardy in Boston (Massachusetts) erfunden und erfolgreich angewandt. Die Chirurgie der Venen hat sich durch die Einführung neuer technischer Methoden zu einem hohen wissenschaftlichen Standard entwickelt, aber sie bleibt etwas Besonderes im Rahmen der modernen Chirurgie.

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