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Die Chirurgie

Entwicklung der chirurgischen Intensivmedizin und Status quo in Deutschland

Erschienen in:

Zusammenfassung

Einleitung

Die Intensivmedizin in Deutschland hat sich im Kontext des medizinischen Fortschritts und veränderter Behandlungsansprüche grundlegend verändert. Ursprünglich aus chirurgischen Pionierleistungen hervorgegangen, sind intensivmedizinische Einrichtungen heute entscheidende Kostentreiber in der Patientenversorgung. Frühere Modelle, etwa aus den 1930er-Jahren, wurden durch die Spezialisierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit abgelöst. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie den aktuellen Versorgungsstand, die Weiterbildungsstrukturen sowie den Einsatz von chirurgischen Intensiv- und Intermediate-Care (IMC)-Stationen.

Material und Methoden

Zwischen dem 27.02.2023 und 08.05.2023 wurde mittels einer anonymen Onlineumfrage auf einem deutschen Webserver (lamapoll.de) eine Stichprobe von 1106 Intensivstationen erstellt, wobei 181 vollständige Antworten ausgewertet wurden. Die Umfrage umfasste 42 Fragen, die neben der demografischen Erfassung auch die personelle Ausstattung, Führung und Weiterbildungsmodalitäten sowohl auf eigenständigen chirurgischen Intensivstationen als auch interdisziplinären operativen Intensivstationen (IOI) und IMC abfragten.

Ergebnisse

Etwa 17 % der befragten Kliniken verfügten über eigene chirurgische Intensivstationen, überwiegend an Universitätskliniken. Diese Einheiten zeichnen sich durch eine hohe Präsenz der leitenden Fachdisziplin und qualifiziertes Personal mit Zusatzweiterbildung in Intensivmedizin aus. Im Gegensatz dazu werden interdisziplinäre Intensivstationen, häufig von der Anästhesiologie geleitet, in Einrichtungen niedrigerer Versorgungsstufen genutzt. Die Weiterbildungszeiten für assistierende Chirurgen waren in den meisten Fällen länger als 6 Monate, was einen intensiven Wissenstransfer und interdisziplinäre Kooperationen fördert. IMC-Stationen sind ebenfalls integraler Bestandteil der chirurgischen Versorgung, wenn auch personalintensiv und ökonomisch herausfordernder.

Zusammenfassung

Die Studie zeigt, dass die chirurgische Intensivmedizin – insbesondere an universitären Standorten – über eine gut strukturierte, fachspezifische Versorgung und Ausbildung verfügt. In Einrichtungen niedrigerer Versorgungsstufen dominieren interdisziplinäre Modelle, die ebenfalls eine adäquate Weiterbildung ermöglichen. Dennoch bleibt die Debatte über die Erhaltung fachspezifischen Expertenwissens in der Intensivmedizin aktuell, um eine qualitativ hochwertige perioperative Betreuung sicherzustellen.

Graphic abstract

Titel
Entwicklung der chirurgischen Intensivmedizin und Status quo in Deutschland
Verfasst von
Dr. med. René Wildenauer
PD Dr. Uwe Hamsen
Publikationsdatum
19.06.2025
Verlag
Springer Medizin
Schlagwort
Chirurgie
Erschienen in
Die Chirurgie / Ausgabe 1/2026
Print ISSN: 2731-6971
Elektronische ISSN: 2731-698X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00104-025-02320-0
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Bildnachweise
Narbe an der Brust/© Sergey Novikov / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Vater recherchiert am Smartphone/© Elnur / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Tonsillektomie Operation/© ShvedKristina - stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)