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Die Chirurgie

Hyperspektral-Imaging bei gastrointestinalen Anastomosen

Erschienen in:

Zusammenfassung

Einleitung

Anastomoseninsuffizienzen (AIs) sind die schwerwiegendsten Komplikationen in der gastrointestinalen Chirurgie mit assoziierter Verlängerung des stationären Aufenthalts und signifikanter Mortalität. Hyperspektralbildgebung („hyperspectral imaging“, HSI) ist ein relativ neues Bildgebungsverfahren, das für die Erkennung von Strukturen und für die Auswertung der Gewebedurchblutung, -oxygenierung sowie dessen Wasserhaushalts in der Wundtherapie vielversprechende Ergebnisse gezeigt hat. Zur In-vivo-Beurteilung gastrointestinaler Anastomosen liegen allerdings bisher noch keine Daten vor.

Methodik

Es wurde die intraoperative HS-Bildgebung mit dem TIVITA™ Tissue-Kamerasystem der Firma Diaspective Vision GmbH (Pepelow, Deutschland) angewandt. Bei 47 Patienten mit gastrointestinalen (GI) Anastomosen an Ösophagus, Magen, Pankreas, Dünn- und Dickdarm sowie Rektum wurden 97 auswertbare Aufnahmen generiert. Es wurden an den Anastomosen die Parameter Gewebeoxygenierung („tissue O2 saturation“, StO2), Gewebe-Hämoglobin-Index („tissue hemoglobin index“, THI), Nahinfrarot-Perfusions-Index („near-infrared[NIR] perfusion index“) und Gewebe-Wasser-Index („tissue water index“, TWI) erhoben.

Ergebnisse

Die Anwendung der nichtinvasiven HSI war bei allen Anastomosierungen technisch gut praktikabel mit robusten Ergebnissen. Dabei fand sich ein NIR-Gradient längs und quer entlang der Anastomose. Auch die Gewebewasserverteilung und -oxygenierung zeigten spezifische Verläufe rund um die Anastomosenregion.

Schlussfolgerung

HSI bietet als kontaktfreie, nichtinvasive und kontrastmittellose intraoperative Bildgebungsmethode eine objektive Real-time-Messung physiologischer Anastomosenparameter, die möglicherweise dazu beitragen kann, die „ideale“ Anastomosenregion/-höhe zu determinieren. Hierzu ist eine weitere Etablierung der Methodik in der Viszeralchirurgie mit Generierung von Norm- bzw. Cut-off-Werten für die unterschiedlichen intestinalen Anastomosenarten erforderlich.
Titel
Hyperspektral-Imaging bei gastrointestinalen Anastomosen
Verfasst von
B. Jansen-Winkeln
M. Maktabi
J. P. Takoh
S. M. Rabe
M. Barberio
H. Köhler
T. Neumuth
A. Melzer
C. Chalopin
Prof. Dr. I. Gockel, MBA
Publikationsdatum
10.04.2018
Verlag
Springer Medizin
Schlagwort
Chirurgie
Erschienen in
Die Chirurgie / Ausgabe 9/2018
Print ISSN: 2731-6971
Elektronische ISSN: 2731-698X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00104-018-0633-2
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