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Die Chirurgie

(Keine) Behandlung von Menschen ohne Krankenversicherungsschutz

Wenn der Zugang zur stationären chirurgischen Versorgung verwehrt bleibt

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Ohne Krankenversicherungsschutz ist der Zugang zur Gesundheitsversorgung stark eingeschränkt. In Großstädten, wie Frankfurt am Main, sind Parallelstrukturen entstanden, die eine kostenlose medizinische Grundversorgung für Betroffene sicherstellen sollen. Bei stationärem Behandlungsbedarf bestehen ohne Krankenversicherungsschutz große Versorgungslücken. Hier skizzieren wir die Bedeutung des Zugangs zum chirurgischen Versorgungsbereich und die gravierenden Folgen, wenn dieser verwehrt bleibt.

Material und Methode

Mit den Humanitären Sprechstunden für Kinder und Erwachsene des Gesundheitsamts Frankfurt am Main (HSKE) und der Elisabeth-Straßenambulanz des Caritasverbandes Frankfurt e. V. (ESA) werden zwei niederschwellige Ambulanzen sowie soziodemographische Merkmale ihrer Patient:innen beschrieben. Aus dem Gesamtkollektiv der Patient:innen werden exemplarisch drei Fallszenarien ausgewählt und hinsichtlich (1) Sozialanamnese, (2) Zugangsbarrieren, (3) Befund, (4) Operationsindikation und (5) Behandlungsverlauf skizziert.

Ergebnisse

Patient:innen stehen komplexen Barrieren, bedingt durch rechtliche Einschränkungen, finanzielle Notlagen und prekäre Lebensumstände, gegenüber. Aufgrund fehlender Kostenträger werden notwendige Operationen nicht durchgeführt. Konsequenzen sind Schmerzen, Funktionseinschränkungen und Verschlimmerung lebensbedrohlicher Krankheiten.

Schlussfolgerungen

Rechtzeitige chirurgische Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung ist essenziell, um Gesundheit zu erhalten und hohe Folgekosten zu vermeiden. Dies kann durch einen Behandlungsfonds ermöglicht werden. Die Kombination aus Case-Management, Krankenwohnungen und Sensibilisierung der Fachöffentlichkeit hilft, Versorgungslücken zu schließen und Lösungen zu entwickeln.
Titel
(Keine) Behandlung von Menschen ohne Krankenversicherungsschutz
Wenn der Zugang zur stationären chirurgischen Versorgung verwehrt bleibt
Verfasst von
Sarah Alexandra Lang
Carolin Austermann-Grofer
Maria Siwek
PD Dr. Peter Tinnemann
Dr. Rebecca Zöllner
Publikationsdatum
03.02.2025
Verlag
Springer Medizin
Schlagwort
Chirurgie
Erschienen in
Die Chirurgie / Ausgabe 3/2025
Print ISSN: 2731-6971
Elektronische ISSN: 2731-698X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00104-024-02234-3
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Tonsillektomie Operation/© ShvedKristina - stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Arzt stützt sich nachdenklich ab/© Wavebreakmedia / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)