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Die Chirurgie

Maschinenperfusion in der Transplantationschirurgie

Erschienen in:

Zusammenfassung

Der Einsatz der Maschinenperfusion für die solide Organtransplantation hat in den letzten Jahren weltweit eine enorme Entwicklung erfahren. Obwohl die Anzahl randomisierter kontrollierter Studien im Bereich der Organkonservierung derzeit noch begrenzt ist, konnte eine Überlegenheit der Maschinenperfusion gegenüber der statischen Kaltlagerung von Spenderorganen gezeigt werden. Für die meisten Organe stehen bereits verschiedene Verfahren und Geräte für den klinischen Einsatz zur Verfügung. Ob und welche Perfusionsstrategie den anderen überlegen ist, ist Gegenstand aktueller klinischer Forschung. Gleiches gilt für die weitere Evaluierung möglicher synergistischer Effekte bei sequenzieller Anwendung der verschiedenen Protokolle. Gemeinsames Ziel aller dynamischen Perfusionstechnologien ist die Optimierung der Organkonservierung zwischen Entnahme und Transplantation. Durch die Überprüfung der Organqualität marginaler Spenderorgane vor der Transplantation soll zudem eine Verwendung dieser Organe ermöglicht werden, ohne den Patienten einem erhöhten Risiko auszusetzen. Dies kann zu einer erheblichen Erweiterung des Spenderpools führen. Dieser Aspekt ist in Deutschland aufgrund des anhaltenden Organmangels und der restriktiven Gesetzgebung zur Erweiterung des Spenderpools besonders relevant. Darüber hinaus bietet die Perfusionstechnologie die Möglichkeit, als Plattform für weitere Ex-situ- und In-situ-Therapien an isolierten Organen zu dienen. Neben der Konditionierung vorgeschädigter Organe für die Transplantation könnte dies zukünftig zu weiteren Anwendungen im Rahmen gezielter Organtherapien und auch zu einer Verbesserung der Transplantationslogistik führen.
Titel
Maschinenperfusion in der Transplantationschirurgie
Verfasst von
Felicia Kneifel
Florian Vondran
PD Dr. Thomas Vogel
Publikationsdatum
25.07.2024
Verlag
Springer Medizin
Schlagwort
Chirurgie
Erschienen in
Die Chirurgie / Ausgabe 8/2024
Print ISSN: 2731-6971
Elektronische ISSN: 2731-698X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00104-024-02122-w
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