Bei Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz sollen Therapieziele frühzeitig festgelegt und im Verlauf regelmäßig überprüft werden. Angesichts des oft schwer vorhersehbaren Krankheitsverlaufs ist eine offene, wertorientierte Kommunikation über Prognose, Belastungen und Erfolgsaussichten medizinischer Maßnahmen essenziell. Das Konsensuspapier betont die Bedeutung einer strukturierten Entscheidungsfindung im Sinne des Advance Care Planning (ACP) und einer engen multiprofessionellen Zusammenarbeit zwischen Kardiologie, Hausärztinnen und -ärzten, Pflege und Palliativmedizin. Dabei sind sowohl medizinische als auch ethische und rechtliche Aspekte zu berücksichtigen, insbesondere die Ermittlung und Beachtung des Patientenwillens. Palliative Therapieansätze sollen frühzeitig in die Versorgung integriert und nicht erst in der terminalen Krankheitsphase berücksichtigt werden. Regelmäßige Reevaluationen von Therapieentscheidungen und eine klare Dokumentation individueller Werte, Wünsche und Behandlungsgrenzen fördern eine patientenzentrierte, konsistente Versorgung. Eine Anpassung bestehender Versorgungs- und Vergütungsstrukturen wird empfohlen, um herzinsuffiziente Patientinnen und Patienten sektorenübergreifend adäquat und würdevoll zu begleiten.