Zum Inhalt
Die Nephrologie

Metabolisches Syndrom und Nierenkrankheiten

Erschienen in:

Zusammenfassung

Das Metabolische Syndrom (MetS) wurde erstmalig Ende der 80er-Jahre beschrieben und ist definiert durch das simultane Vorliegen von minimal 3 der folgenden 5 Komponenten: Adipositas, Dyslipoproteinämie, Glukoseintoleranz bzw. Diabetes mellitus Typ 2, arterielle Hypertonie. Durch die weltweite Verbesserung der Lebensumstände, vergesellschaftet mit einer Zunahme der Zivilisationskrankheiten wie Adipositas und Bluthochdruck, ist eine steigende Inzidenz des MetS seit Jahrzehnten zu beobachten. Das MetS ist ein Cluster kardiovaskulärer Risikofaktoren, welche die Entwicklung und Progression einer chronischen Niereninsuffizienz negativ beeinflussen. Durch zahlreiche pathophysiologische Veränderungen befindet sich der Metabolismus in einem proinflammatorischen Dauerzustand und auf zellulärer Ebene unter zunehmendem oxidativen Stress. Die Niere als das Organ mit zentraler Funktion zur Erhaltung der Körperhomöostase wird durch die physiologischen Veränderungen im Rahmen eines MetS in Mitleidenschaft gezogen. Eine vorzeitige Entwicklung einer chronischen Niereninsuffizienz bzw. eine Akzeleration und Progression dieser sind mit den einzelnen Komponenten des MetS assoziiert. Bioptisch können adipositasassoziierte Veränderungen wie die adipositasassoziierte Glomerulopathie (ORG), definiert als Glomerulomegalie mit oder ohne fokal-segmentale Glomerulosklerose, nachgewiesen werden. Die Therapie des MetS richtet sich in erster Linie nach den Leitlinien der Fachgesellschaften der einzelnen oben genannten Komponenten, welche individuell bei jedem einzelnen Patienten zu eruieren sind. Das Verständnis dieser komplexen Entität unter Berücksichtigung der Pathophysiologie und der damit verbundenen Beeinträchtigung des Zusammenspiels fast aller Organsysteme wuchs in den letzten Jahren rasant, v. a. da diese in weiten Teilen ungeklärt bleiben.
Titel
Metabolisches Syndrom und Nierenkrankheiten
Verfasst von
Maximilian J. Ganz
Sascha T. Bender
Christian Gross
Katrin Bose
Peter R. Mertens
Florian G. Scurt
Publikationsdatum
01.08.2022
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Nephrologie / Ausgabe 5/2022
Print ISSN: 2731-7463
Elektronische ISSN: 2731-7471
DOI
https://doi.org/10.1007/s11560-022-00595-6
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Passend zum Thema

ANZEIGE

Keine Zeit für lange Fortbildungen? Jetzt Wissen zu Diabetes und CGM vertiefen

Die neue Dexcom Academy vermittelt praktisches Wissen rund um modernes Diabetesmanagement, um Technologie im Praxisalltag einfach und effizient einsetzen zu können.

Dexcom Deutschland GmbH

Passend zum Thema

ANZEIGE

Differenziertes Kreislaufmanagement – Herzfrequenz und Kreislauf gezielt stabilisieren

Kritisch kranke Patienten mit hämodynamischer Instabilität stellen besondere Anforderungen an das Kreislaufmanagement. Während beim septischen Schock gezielte Vasopressor-Therapie im Vordergrund stehen, ist bei supraventrikulären Tachykardien ein kontrolliertes Frequenzmanagement entscheidend. Zwei bewährte Strategien – differenziert angewendet.

AOP Health
ANZEIGE

Der kritisch kranke Patient – Frequenz und Blutdruck kontrollieren

Hämodynamische Instabilität ist häufig und prognostisch ungünstig. Kurzwirksame Betablocker ermöglichen eine kontrollierte Frequenzsenkung bei Tachykardien. Im septischen Schock steht hingegen der gezielte Einsatz vasoaktiver Substanzen zur Kreislaufstabilisierung im Vordergrund.

ANZEIGE

Akutsituation Vorhofflimmern

Betablocker sind ein unverzichtbares Tool auf jeder Intensivstation. Ultrakurzwirksame, kardioselektive Substanzen ermöglichen selbst bei reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion eine effektive Frequenzkontrolle mit begrenztem Einfluss auf den Blutdruck.

Bildnachweise
Ärztin klärt Adipositas Patientin über Gesundheitszustand auf/© pictworks / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen), Frau am Laptop/© istock/VioletaStoinmenova, Teaserbild AOP CH/© AOP Health Group, Grafik eines Schalters, der gedreht wird. Overlay mit der Schrift "ICU" und einem Intensivpatienten/© AOP Health, Grafik von einem menschlichen Herzen mit Visualisierung des Herzschlags im Hintergrund/© AOP Health