Zum Inhalt

ZFA TALKS im Springer Medizin Podcast "Die eGFR allein macht noch keine Nierenkrankheit"

mit Prof. Dr. med. Jean-François Chenot, Allgemeinmediziner

Wann sollte man in der Hausarztpraxis an eine chronische Nierenkrankheit (CKD) denken – und warum sagt die eGFR allein wenig über den Nierenzustand aus? Mit Prof. Dr. med. Jean-François Chenot sprechen wir über die wichtigsten Parameter zur Risikoeinschätzung, aktuelle Studien und ein pragmatisches Vorgehen im Praxisalltag. Eine Podcast-Folge für alle, die CKD schnell und sicher einordnen möchten.

Die chronische Nierenkrankheit (CKD) präsentiert sich in den meisten Fällen als stille Begleiterin einer bestehenden Grunderkrankung: Besonders Menschen mit Diabetes mellitus, Hypertonie oder unter nephrotoxischer Therapie sind gefährdet. Um eine dauerhafte Schädigung der Nieren zu verhindern, sollte bei diesen Patientinnen und Patienten frühzeitig an einen Check der Nierenfunktion gedacht werden.

Wenn Sie an die Niere denken, denken Sie nicht nur an die eGFR und Kreatinin, sondern denken Sie auch an die Albuminurie. 
Prof. Dr. Jean-François Chenot

„Die eGFR allein macht noch keine Nierenkrankheit“, sagt Prof. Dr. Jean-François Chenot in dieser Podcast-Folge. Der Allgemeinmediziner betont, dass es nicht ausreiche, nur die Kreatinin-Ausscheidung zu messen und daraus die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) zu bestimmen. Eine zweite zentrale Rolle spielt die Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin (UACR). Mit diesen beiden Werten lässt sich der Zustand der Nieren einschätzen und es können fundierte Therapieentscheidungen getroffen werden. Um das Progressionsrisiko abzuschätzen, helfen sogenannte Nierenrechner. In dieser Folge sprechen wir über eines dieser Online-Angebote (www.risiko-nierenversagen.de) auf Grundlage der Kidney-Failure-Risk-Equation und darüber, welchen Vorteil diese Herangehensweise gegenüber der herkömmlichen KDIGO-Klassifikation bietet.

Therapeutisch steht in vielen Fällen die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund, die gut in der hausärztlichen Praxis erfolgen kann. Zunehmend wichtig wird außerdem die Inhibition des Natrium-Glukose-Cotransporters 2 (SGLT2) in der Therapie der CKD. Ursprünglich als Diabetes-Medikamente entwickelt, wird ihr Einsatz inzwischen auch in bestimmten Konstellationen der CKD ohne Diabetes mellitus empfohlen. Aktuelle Studien legen einen immer breiteren Einsatz dieser Substanzen nahe. Welche Leitlinienempfehlungen gelten derzeit zu SGLT2-Hemmern – und wie praxistauglich sind die jüngsten Veröffentlichungen aus hausärztlicher Sicht?

Prof. Dr. med. Jean-Francois Chenot leitet die Abteilung Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Greifswald und ist Hausarzt Lubmin. Er ist außerdem Editor-in-Chief der Zeitschrift für Allgemeinmedizin.

Gefällt Ihnen, was Sie hören?

Wir arbeiten immer weiter, um den Springer Medizin Podcast noch besser zu machen – dafür hilft uns Ihr Feedback! Wir freuen uns, wenn Sie sich ein paar Minuten Zeit für unsere Umfrage nehmen.

Podcast-Reihe ZFA TALKS

Die ZFA TALKS sind das Podcast-Format der Zeitschrift für Allgemeinmedizin in Kooperation mit Springer Medizin. Hier stellen sich unsere Expertinnen und Experten dem Dialog zu wissenschaftlichen und praxisrelevanten Fragen aus der Allgemeinmedizin.

In den 15-30minütigen Episoden werden spannende Themen aus der Zeitschrift aufgegriffen und ganz im Sinn der wissenschaftlich-praktischen Ausrichtung der Zeitschrift informativ und unterhaltsam besprochen, vertieft und vielleicht auch mal kontrovers diskutiert. Der Podcast erscheint als Sonderformat im Springer Medizin Podcast.

Lektüretipps zum Thema

Zitierte Studien in dieser Folge

  • Hoffmann Fet al. Renal Insufficiency and Medication in Nursing Home Residents. A Cross-Sectional Study (IMREN). Dtsch Arztebl Int. 2016 Feb 12;113(6):92-8. doi: 10.3238/arztebl.2016.0092. PMID: 26931625; PMCID: PMC4782265.
  • Astley MEet al. Age- and sex-specific reference values of estimated glomerular filtration rate for European adults. Kidney Int. 2025 Jun;107(6):1076-1087. doi: 10.1016/j.kint.2025.02.025. Epub 2025 Mar 22. PMID: 40122341.
  • Nuffield Department of Population Health Renal Studies Group; SGLT2 inhibitor Meta-Analysis Cardio-Renal Trialists' Consortium. Impact of diabetes on the effects of sodium glucose co-transporter-2 inhibitors on kidney outcomes: collaborative meta-analysis of large placebo-controlled trials. Lancet. 2022 Nov 19;400(10365):1788-1801. doi: 10.1016/S0140-6736(22)02074-8. Epub 2022 Nov 6. PMID: 36351458; PMCID: PMC7613836.
  • Staplin N et al. SGLT2 Inhibitor Meta-Analysis Cardio-Renal Trialists’ Consortium (SMART-C). Effects of Sodium Glucose Cotransporter 2 Inhibitors by Diabetes Status and Level of Albuminuria: A Meta-Analysis. JAMA. 2026 Jan 20;335(3):220-232. doi: 10.1001/jama.2025.20835. PMID: 41202026; PMCID: PMC12595550.

Sie haben Feedback, Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie gerne der Podcast-Redaktion an: smed-podcast[at]springer.com.

Hinweis zum Transkript: Verschiedene Streaming-Plattformen generieren Abschriften der Folgen, die automatisch erstellt und nicht redaktionell geprüft werden. Teilweise weichen die Timecodes im Transkript vom Audio ab. 

» Zur Übersichtsseite mit allen Episoden des Springer Medizin Podcasts

Passend zum Thema

ANZEIGE

Keine Zeit für lange Fortbildungen? Jetzt Wissen zu Diabetes und CGM vertiefen

Die neue Dexcom Academy vermittelt praktisches Wissen rund um modernes Diabetesmanagement, um Technologie im Praxisalltag einfach und effizient einsetzen zu können.

Dexcom Deutschland GmbH

Passend zum Thema

ANZEIGE

Differenziertes Kreislaufmanagement – Herzfrequenz und Kreislauf gezielt stabilisieren

Kritisch kranke Patienten mit hämodynamischer Instabilität stellen besondere Anforderungen an das Kreislaufmanagement. Während beim septischen Schock gezielte Vasopressor-Therapie im Vordergrund stehen, ist bei supraventrikulären Tachykardien ein kontrolliertes Frequenzmanagement entscheidend. Zwei bewährte Strategien – differenziert angewendet.

AOP Health
ANZEIGE

Intensivquintett — Klinische Relevanz trifft auf interdisziplinären Dialog

Aufzeichnung des AOP Symposiums beim DIVI25 Kongress – im Rahmen eines interaktiven Diskussionsformates standen die praxisnahe Vorstellung klinischer Fallbeispiele sowie der anschließende lebhafter Fachaustausch im Fokus, untermauert durch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse.

ANZEIGE

Der kritisch kranke Patient – Frequenz und Blutdruck kontrollieren

Hämodynamische Instabilität ist häufig und prognostisch ungünstig. Kurzwirksame Betablocker ermöglichen eine kontrollierte Frequenzsenkung bei Tachykardien. Im septischen Schock steht hingegen der gezielte Einsatz vasoaktiver Substanzen zur Kreislaufstabilisierung im Vordergrund.

ANZEIGE

Akutsituation Vorhofflimmern

Betablocker sind ein unverzichtbares Tool auf jeder Intensivstation. Ultrakurzwirksame, kardioselektive Substanzen ermöglichen selbst bei reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion eine effektive Frequenzkontrolle mit begrenztem Einfluss auf den Blutdruck.

Passend zum Thema

ANZEIGE

Gut beraten für die Herzgesundheit

Das Bewusstsein für einen gesunden Lebenswandel steigt. Wenn Patientinnen und Patienten aktiv ihr Herz unterstützen möchten, kann – neben einer gesunden Lebensweise – das neue Magnesium-Diasporal® Pro Herz* und Blutdruck** eine gute Empfehlung sein. Mehr lesen!

Protina Pharmazeutische GmbH

Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Kurz, prägnant und aktuell: Die Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft. 

Bildnachweise
ZFA TALKS - Chronische Nierenkrankheit/© (M) angellodeco / stock.adobe.com, Logo: Springer Medizin Verlag GmbH, Frau am Laptop/© istock/VioletaStoinmenova, Teaserbild AOP CH/© AOP Health Group, DIVI25 Symposium/© AOP Health, Grafik eines Schalters, der gedreht wird. Overlay mit der Schrift "ICU" und einem Intensivpatienten/© AOP Health, Grafik von einem menschlichen Herzen mit Visualisierung des Herzschlags im Hintergrund/© AOP Health, Paar steht lächelnd in der Küche (Symbolbild mit Fotomodellen)/© InsideCreativeHouse | Adobe Stock, DDG Logo/© science photo library / Agentur Focus