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01.08.2019 | Originalien | Ausgabe 4/2019

Rechtsmedizin 4/2019

Cocainkonsumintensität als Ursache erworbener Herzerkrankungen?

Korrelationen bei cocainassoziierten Drogentodesfällen

Zeitschrift:
Rechtsmedizin > Ausgabe 4/2019
Autoren:
L. H. Muras, S. Iwersen-Bergmann, K. Püschel, Dr. A. Heinemann

Zusammenfassung

Hintergrund

Cocain gehört in Europa zu den am häufigsten konsumierten Stimulanzien. Cocainassoziierte Todesfälle sind weit überwiegend Mischintoxikationen mit Opiatbeteiligung oder im Rahmen von Traumamechanismen unter Einwirkung von Cocain indirekt substanzbezogen. Der toxikologische Stellenwert des Cocains für die Todesursächlichkeit ist deshalb oft schwer zu bestimmen.

Ziel der Arbeit

Es sollte geprüft werden, ob die Cocainkonsumintensität und das Auftreten kardialer pathologischer Veränderungen bezüglich des Todesmechanismus im Zusammenhang stehen.

Material und Methoden

Es wurde die Prävalenz autoptisch/histologisch festgestellter kardialer pathologischer Veränderungen bei Drogentodesfällen mit positivem Cocainnachweis in der Haaranalyse (n = 195, davon n = 43 mit histologisch nachgewiesener kardialer Störung) korreliert mit quantitativen Unterschieden der Cocain‑/Benzoylecgoninkonzentrationen in den Haarproben bzw. gegenüber einer Vergleichsgruppe (n = 151).

Ergebnisse

Bei Verstorbenen zwischen 20 und 40 Jahren zeigten sich zwischen Untersuchungs- und Vergleichskollektiv keine signifikanten Unterschiede der Herzgewichte. Es fanden sich signifikante Differenzen zwischen Herzgewichten, die gemäß dem ermittelten Body-Mass-Index (BMI) erwartet wurden, und den tatsächlich gemessenen. Besonders hohe Cocain‑/Benzoylecgonin-Haar-Konzentrationen (>10 ng/mg) waren jedoch nicht signifikant häufiger mit Epi‑, Peri‑, Myokarditis, Koronarsklerose oder Myokardhypertrophie assoziiert.

Schlussfolgerung

Die relative Bewertung der Kausalität eines Cocainkonsums bei Todesfällen ist nur mithilfe einer interdisziplinären Fallanalyse möglich. Diese hat unter Hinzuziehung aller diagnostischen Optionen zu erfolgen, mit deren Hilfe der Einfluss eines akuten/chronischen Cocainkonsums auf kardiale und zentralnervöse Funktionen eingeschätzt werden kann.

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