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Die (schwer) verletzte schwangere Patientin aus Sicht der Radiologie

Erschienen in:

Zusammenfassung

Traumata sind eine der häufigsten Todesursachen der schwangeren Frau und erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines ungewollten Schwangerschaftsabbruchs signifikant. Insbesondere bei schweren Traumata mit einem erhöhten Risiko signifikanter maternaler Verletzungen bleibt die CT im Akutsetting die bildgebende Methodik der Wahl, da sie flächendeckend verfügbar, schnell durchführbar und in ihrer diagnostischen Genauigkeit hinsichtlich lebensbedrohlicher Verletzungen anderen bildgebenden Verfahren überlegen ist. Die Strahlendosis einer monophasischen Schockraumspiral-CT überschreitet unter normalen Umständen nicht die Schwellenwerte für das Auftreten deterministischer Strahlenschäden wie fetalen Fehlbildungen oder eines Aborts. Dahingegen existiert ein geringes stochastisches Strahlenrisiko für das spätere Auftreten kindlicher oder maternaler Tumoren durch die CT, das im Vergleich zu übersehenen oder verspäteten Diagnosen als gering einzustufen ist. Intravenös verabreichtes jodhaltiges, nichtionisches CT-Kontrastmittel (KM) sollte immer dann verwendet werden, wenn dies auch bei der nichtschwangeren Frau indiziert wäre. Jedoch ist zur Strahlenreduktion auf unnötige Scans, und wenn sinnvoll, auf die Akquisition multipler KM-Phasen zu verzichten. Die MRT kommt im subakuten Setting als Problemlöser für spezielle Fragestellungen wie beispielsweise die Beurteilung diskoligamentärer Verletzung der Wirbelsäule zum Einsatz und kann in jedem Gestationsalter angewandt werden. Aufgrund möglicher teratogener Effekte gadoliniumhaltiger MRT-KM auf den Fetus, die im schlimmsten Fall zum Fruchttod führen können, sollte MRT-KM in der Schwangerschaft nur mit großer Vorsicht und unter strengster Indikationsstellung Anwendung finden.
Titel
Die (schwer) verletzte schwangere Patientin aus Sicht der Radiologie
Verfasst von
Dr. M. Armbruster
Dr. V. Koliogiannis
Publikationsdatum
16.10.2020
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Unfallchirurgie / Ausgabe 12/2020
Print ISSN: 2731-7021
Elektronische ISSN: 2731-703X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00113-020-00885-5
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Arthropedia, Hinweisschild Notaufnahme/© huettenhoelscher / Getty images / iStock, Vorbereitung einer Knie-Operation/© Issara / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Gebrochener Fuß im Gips/© Aleksandr Kirillov / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell), Frau mit Schmerzen in der linken Hand/© Jacob Wackerhausen / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)