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Randomisierte Studie Abhusthilfen für COPD-Geplagte: Was bringen sie?

  • 17.08.2022
  • COPD
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COPD-Patienten mit chronischem produktivem Husten könnten von mechanischen Abhusthilfen, die mit Vibrationen und positivem exspiratorischem Druck (OPEP) arbeiten, profitieren. In einer randomisierten kontrollierten Studie waren die Nutzerinnen und Nutzer vor allem in Bezug auf subjektive Endpunkte, aber z. B. auch bei der Häufigkeit der Hustenanfälle und bei den Exazerbationen leicht, aber signifikant im Vorteil.

Das Wichtigste in Kürze zu dieser Studie finden Sie am Ende des Artikels.

Viele COPD-Patientinnen und -Patienten tun sich schwer, den Schleim, der sich in den Bronchien ständig nachbildet, abzuhusten. Das liegt vor allem an der Überblähung der Lungen, der geschwächten Atemmuskulatur und dem frühzeitigen exspiratorischen Kollaps der Atemwege. Atemhilfen, die mit Vibrationen und positivem exspiratorischem Druck arbeiten (OPEP, oscillatory positive expiratory pressure), können in solchen Fällen möglicherweise hilfreich sein. Das bestätigt eine aktuelle Studie mit 122 COPD-Erkrankten, an der saudi-arabische und britische Wissenschaftler mitgewirkt haben.

OPEP zusätzlich zur Atemschulung

In der randomisierten kontrollierten Studie war eine Gruppe, die zusätzlich zur Patientenberatung durch einen Atemtherapeuten drei Monate lang ein OPEP-Gerät verwendet hatte, signifikant im Vorteil gegenüber Teilnehmenden mit alleiniger Beratung. Konkret profitierte die OPEP-Gruppe (n = 61) mit einer relativen Verbesserung im primären Endpunkt, dem Leicester Cough Questionnaire (LCQ) um median 1,03 Punkte. Dies entspricht laut Saeed M. Alghamdi von der Al-Qura University in Mekka und seinem Team in etwa Effekten, die bei COPD-Patienten mit chronischem produktivem Husten durch das Antibiotikum Azithromycin erzielt werden.

Der LCQ misst die durch den Husten bestimmte Lebensqualität in drei Bereichen (körperlich, psychologisch und sozial). Wie das Forscherteam berichtet, wurden durch das Gerät vor allem Verbesserungen in psychologischer Hinsicht erzielt (die entsprechenden Fragen im LCQ lauten z. B., inwieweit man es als peinlich empfindet, ständig zu husten, ob es einem unangenehm ist, Schleim hochzuhusten, oder inwieweit der Husten einen daran hindert, das Leben zu genießen).

In der OPEP-Gruppe wurde außerdem ein relatives Plus von 4,00 Punkten im EQ-5D, einem allgemeinen Score zur Lebensqualität, verzeichnet. Der Unterschied im FACIT-Score (Functional Assessment of Chronic Illness Therapy) fiel mit einer Differenz von 4,68 Punkten ebenfalls signifikant zugunsten der Gerätenutzerinnen und -nutzer aus, bei Letzteren hatte sich außerdem die Zahl der Hustenanfälle innerhalb von drei Monaten im Vergleich signifikant verringert (Verbesserung auf der Sputum Frequency Scale um relative 0,44 Punkte).

Zum Studienende gab es allerdings keinen nennenswerten Unterschied in Bezug auf die subjektive Hustenschwere, gemessen mit einer visuellen Analogskala (Cough-VAS), und auch nicht im COPD-Assessment-Test (CAT).

Nur Patienten mit produktivem Husten

Die Forschenden betonen, dass an der Studie nur COPD-Erkrankte teilgenommen hatten, die fast jeden Tag der Woche Sputum produzierten. Im CAT mussten sie bei den Fragen zu „Husten“ und „Sputum“ zudem einen Gesamtwert von mindestens 5 (von maximal 10) Punkten erreicht haben. Bei dieser klar definierten Gruppe von Patientinnen und Patienten könnten die OPEP-Geräte, die bislang in keiner COPD-Leitlinie erwähnt sind, künftig eine Rolle spielen, spekulieren Alghamdi und Kollegen.

Von denjenigen, die keine Abhusthilfe benutzt hatten, hatten im Studienzeitraum 54% eine Exazerbation ihrer COPD entwickelt, bei den OPEP-Nutzern waren es dagegen nur 32%, auch dieser Unterschied war signifikant. Die Abbruchquote lag in der Gruppe ohne Gerät ebenfalls deutlich höher (21% gegenüber 9%). Dem Wissenschaftlerteam zufolge zeigt das, dass die OPEP-Therapie insgesamt gut akzeptiert und vertragen wurde. Nur zwei Personen hätten während der Anwendung über Nebenwirkungen geklagt, die eine über Kopfschmerzen, die andere über Übelkeit.

Das Wichtigste in Kürze

Frage: Welchen Nutzen haben OPEP-(oscillatory positive expiratory pressure)-Geräte bei COPD-Patientinnen und -Patienten mit chronischem Husten mit Auswurf?

Antwort: In einer randomisierten kontrollierten Studie führte die dreimonatige Anwendung eines OPEP-Geräts zu signifikanten Verbesserungen in mehreren Endpunkten: dem LCQ (Leicester Cough Questionnaire, primärer Endpunkt), dem FACIT-Score (Functional Assessment of Chronic Illness Therapy) und der Sputum Frequency Scale. Auch Exazerbationen waren bei den Nutzerinnen und Nutzern deutlich seltener aufgetreten.

Bedeutung: COPD-Erkrankte mit chronischem produktivem Husten könnten von der Anwendung von OPEP-Systemen profitieren, auch wenn diese in den Leitlinien bislang nicht erwähnt sind.

Einschränkung: Monozentrische Studie; keine Placebogruppe; Studiendauer mit drei Monaten relativ kurz; nur 61 Nutzerinnen und Nutzer nachbeobachtet; nur ein Gerätetyp (Acapella) getestet.

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Alghamdi SA et al. Oscillatory positive expiratory pressure therapy in COPD (O-COPD): a randomised controlled trial. Thorax 2022; https://doi.org/10.1136/thoraxjnl-2022-219077

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