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03.04.2020 | Onlineartikel

DDG-Empfehlungen

Covid-19: erhöhte Gefahr für Diabetiker?

Menschen mit Diabetes gehören zu den Personengruppen, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Coronavirus-Infektion haben [1]. Dazu hat sich die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) geäußert und Handlungsempfehlungen herausgegeben [2].

Entwarnung – aber mit Einschränkungen

Bisher gilt [2]:

  • Kein erhöhtes Infektionsrisiko für gesunde Diabetespatienten
  • Mehr Komplikationen im Infektionsverlauf durch Diabetes möglich
  • DDG rät zu einer guten Blutzuckereinstellung und empfohlenen Hygienemaßnahmen
  • Keine Lieferengpässe für Diabetes-Medikamente erwartet

Gleiches Infektionsrisiko, stärkerer Verlauf

Bei Patienten mit chronischen Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus kann es zu schwereren Verläufen mit schwereren Symptomen und Komplikationen kommen, wenn sie sich mit COVID-19 infizieren. Dies gilt insbesondere für Menschen, die bereits diabetesbezogene Gesundheitsprobleme haben – unabhängig vom Diabetes-Typ [2,3].

Internationaler Vergleich: In China, wo die meisten Fälle bisher aufgetreten sind, hatten Menschen mit Diabetes eine viel höhere Rate an schweren Komplikationen und Todesfällen als Menschen ohne Diabetes [3].

In Deutschland empfiehlt die DDG:

  • Diabetespatienten mit Begleit- und Folgeerkrankungen (z. B. Herzkreislaufprobleme oder Organschäden) sind durch ihr geschwächtes Immunsystem und eventuell bereits bestehende Infektionen im Falle einer Covid-19-Ansteckung besonders gefährdet [2]. 
  • Das gilt vor allem für Menschen nach einer Organtransplantation mit immunsuppressiver Therapie. Sie sollten sich vor großen Menschenmengen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebieten, in denen Infektionsfälle bekannt geworden sind, fernhalten [2].

Wichtigster Schutz: stabile Blutzuckereinstellung

Ebenfalls analog zur Influenza, geht die DDG davon aus, dass mit einem ausgeglichenen Stoffwechsel das Komplikations- und Infektionsrisiko reduzieren werden kann. Daher empfiehlt die DDG bei Menschen mit Diabetes eine stabile Blutzuckereinstellung [2].

Diabetes-Medikamente sind und bleiben verfügbar

Vor Lieferengpässen von Diabetesmedikamenten brauchen sich Patienten nicht fürchten, da diese vorwiegend in Deutschland, USA, Dänemark, Frankreich, Großbritannien hergestellt werden. Auch künftig ist nicht von einer Medikamentenknappheit für Diabetespatienten auszugehen. Daher rät die DDG davon ab, große Vorräte an Medikamenten und Diabetesutensilien, die über die Versorgung von einem Quartal hinausgehen, für sich selbst zu bevorraten.

Diabetes und COVID-19: Was ist zu beachten?

Der Internist und Infektiologe Prof. Dr. Tomas Jelinek erläutert für Menschen mit Diabetes in einem kurzen Videointerview, was für sie im Zusammenhang mit COVID-19 zu beachten ist.

Prof. Dr. Tomas Jelinek im Video

Zur Risikominimierung: RKI-Empfehlungen beachten

„Da die Viruserkrankung in den meisten Fällen mild verläuft, sehen wir bislang auch für Menschen mit Diabetes keine größere Gefahr als bei einem herkömmlichen Grippevirus“, erklärt DDG-Präsidentin Professor Dr. med. Monika Kellerer. „Hier empfehlen wir die allgemeine vom RKI empfohlene Vorsorge, die auch für die Influenza gilt.“ [2].

Infektionsschutzmaßnahmen

Atemmasken sind auch für Patienten mit Diabetes nicht notwendig [3]. Wie bei Gesunden helfen schon einfache Maßnahmen, um sich vor Erregern zu schützen, z. B. [2]:

  • Husten-Nies-Etikette
  • gründliches Händewaschen
  • Hände möglichst fern vom Gesicht halten
  • ausreichend Abstand zu anderen Menschen einhalten

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