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07.05.2020 | COVID-19 | Nachrichten

Läsionen an den Zehen

"Frostbeulen": Neues COVID-19-Symptom entdeckt?

Autor:
Anne Bäurle

Ungewöhnlich viele Patienten haben sich in Spanien mit einem seltsamen Symptom an Ärzte gewandt: Sie hatten schmerzhafte Läsionen an den Zehen. Dermatologen vermuten ein unbekanntes COVID-19-Symptom.

Von einem möglichen neuen Symptom einer COVID-19-Erkrankung berichten spanische Dermatologen. Sie hatten festgestellt, dass sich im Laufe der Corona-Pandemie gehäuft Patienten mit schmerzhaften Läsionen an Füßen, und hier meist an mehreren Zehen, ähnlich den Hautveränderungen bei Frostbeulen, bei der telefonischen Notfallversorgung der Spanish Academy of Dermatology and Venereology meldeten (Int J Dermat 2020; online 24. April). Auch aus Italien und Frankreich gebe es ähnliche Berichte.

Unter den Patienten seien zu einem Großteil Kinder im mittleren Alter von 13 Jahren und junge Erwachsene im Alter von im Mittel 31 Jahren gewesen, so Dr. Marta Mendieta-Eckert von der Clinica Dermitek in Bilbao. Da sie ansonsten meist keine Symptome zeigten, seien nicht alle auf SARS-CoV-2 getestet worden.

Läsionen verschwinden ohne Behandlung

In ihrer Publikation beschreiben die Dermatologen die Daten von sechs Patienten, die sich mit schmerzhaften Läsionen an den Füßen an die Ärzte gewandt hatten. Die Läsionen seien initial gerötet und papulös gewesen, hätten sich innerhalb meist einer Woche weiter verfärbt und abgeflacht. Anschließend seien sie ohne Behandlung von alleine verschwunden.

Von den sechs Patienten seien zwei zuvor positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden, drei Patienten wurden nicht getestet. Diese hätten aber drei bis vier Wochen vor Auftreten der Fußläsionen typische COVID-19-Symptome wie Fieber, Halsschmerzen und Diarrhö gehabt, zudem wurde bei zweien Risikofaktoren für eine SARS-CoV-2-Infektion (Kontakt zu einem Erkrankten und Aufenthalt in einem Risikogebiet) berichtet.

Bei einem der sechs Patienten sei per PCR-Testung keine Infektion festgestellt worden, allerdings habe sich bei dem Patienten im Röntgenthorax eine bilaterale Pneumonie gezeigt.

„Andere Ätiologien sind unwahrscheinlich“

„Die Läsionen könnten daher eine späte dermatologische Manifestation einer COVID-19-Erkrankung sein, Ärzte sollten auf dieses Symptom achten“, betonen die Wissenschaftler.

Für ihre Theorie spreche auch, dass in Spanien derzeit strenge Ausgangsbeschränkungen gelten, andere Ätiologien oder Traumata seien daher unwahrscheinlich. „Das könnte ein wichtiger Hinweis auf eine COVID-19-Erkrankung sein, gerade weil 20 bis 78 Prozent aller Infektionen asymptomatisch verlaufen können.“

Als Grund für die Läsionen vermuten Mendieta-Eckert und ihre Kollegen eine immunologische Antigen-Antikörper-Reaktion im Spätverlauf der Infektion, wenn Viruslast und Infektiosität abnehmen.

Quelle: Ärzte Zeitung

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