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24.06.2020 | COVID-19 | Leitthema | Ausgabe 7/2020 Zur Zeit gratis

Der Ophthalmologe 7/2020

Kann SARS-CoV-2 das Auge infizieren? – Ein Überblick über den Rezeptorstatus in okularem Gewebe

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe > Ausgabe 7/2020
Autoren:
Dr. rer. nat. Sven Schnichels, Jens Martin Rohrbach, Tarek Bayyoud, Sebastian Thaler, Focke Ziemssen, José Hurst

Zusammenfassung

Kann das neue Coronavirus SARS-CoV‑2 okulares Geweben infizieren und damit neben dem Kontaktrisiko ein Infektionsrisiko durch das Gewebe darstellen, ist die Frage, die die Augenheilkunde seit Beginn der Infektion beschäftigt. Um einen bestimmten Gewebetyp zu infizieren, muss jedes Virus seinen bestimmten Rezeptor und manchmal auch Korezeptoren oder andere Proteine vorfinden. Ziel dieser Übersichtsarbeit war es, mithilfe der aktuellen, zugänglichen Literatur (Stand 28.05.2020) den aktuellen Forschungsstatus zusammenzufassen und wiederzugeben. Zum Zeitpunkt der Recherche waren eindeutig ACE2 als Rezeptor und TMPRSS2 als notwendige Protease identifiziert, um die Infektion einer humanen Zelle mit SARS-CoV‑2 zu ermöglichen. Im Auge werden sowohl ACE2 als auch TMPRSS2 exprimiert, wenn auch teilweise sehr schwach und unterschiedlich schwach in verschiedenen Geweben. Beachtenswert ist, dass mit verschiedenen Methoden sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielt wurden. Hierfür kommen mehrere Gründe infrage: zum einen die Methode der Detektion bzw. der Konservierung des Gewebes, zum anderen die möglicherweise unterschiedliche Expression der getesteten Gewebeproben, des Weiteren ein möglicherweise rascher Rezeptorexpressionsverlusts post mortem. Eine Infektion des Auges erscheint daher möglich, worüber auch schon in diversen Publikationen berichtet wurde. Welche Virusmenge bzw. welche Rezeptorexpression notwendig ist, um eine Infektion zu ermöglichen, ist ungeklärt. Aufgrund der geringeren ACE2- und TMPRSS2-Expression ist das Auge – nach aktuellem Wissenstand – aber nicht als Hochrisikogewebe anzusehen. Trotzdem sind entsprechende Schutzmaßnahmen sowohl für das medizinische Personal als auch für die Patienten notwendig. Bei Hornhauttransplantation ist eine Infektion des Spendergewebes mit SARS-Cov‑2 auszuschließen.

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