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06.11.2020 | COVID-19 | Nachrichten

Auch bei alten Menschen

Kein Sauerstoffmangel durch Mund-Nasen-Schutz

Autor:
Dr. Beate Schumacher

Die Sorge mancher Mitbürger, das Tragen einer Alltagsmaske könne die Sauerstoffversorgung behindern, ist unbegründet. Selbst Altenheimbewohner haben diesbezüglich nichts zu befürchten.

Dass das Tragen einer chirurgischen Mund-Nasen-Schutzes nicht zu gesundheitsschädlichen Sauerstoffdefiziten führt, dürfte im OP tätige Ärzte nicht wirklich überraschen. Da das gegenteilige Gerücht unter Maskenkritikern und in den sozialen Medien jedoch weit verbreitet ist, haben kanadische Ärzte dazu eine kleine Studie aufgelegt. Als Studienteilnehmer wählten sie Bewohner eines Altenheimes, weil die möglicherweise anfälliger sind für eine Hypoxie als jüngere Menschen; ausgeschlossen waren kardiologische und pneumologische Patienten mit Ruhedyspnoe. 25 Teilnehmer erhielten alle denselben Typ eines chirurgischen Mund-Nasen-Schutzes, außerdem wurden sie mit einem Pulsoxymeter ausgestattet, mit dem sie bei drei verschiedenen Gelegenheiten – in Ruhe oder bei normalen Alltagsaktivitäten – die periphere Sauerstoffsättigung (SpO2) je eine Stunde lang vor, während und nach dem Tragen der Maske messen sollten.

"Minimale Differenzen im SpO2-Wert"

Die Teilnehmer waren im Mittel 76 Jahre alt, jeder Dritte hatte mindestens eine chronische Erkrankung. Der SpO2-Wert erreichte durchschnittlich 96,1% vor, 96,5% bei und 96,3% nach dem Tragen der Maske. Bei keinem Probanden wurde in der Zeit mit Maske ein Abfall unter 92% gemessen. Die Mittelwertdifferenzen im Vergleich der Stunde mit Maske zur Stunde davor oder danach waren mit 0,46% bzw. 0,21% „minimal“, so die Studienautoren um Noel Chan von der McMaster-Universität im kanadischen Hamilton. Die SpO2-Differenzen lagen damit unter dem  vorab als klinisch relevant definierten Rückgang von 2% und mehr. Laut Chan et al. wird üblicherweise sogar erst eine Abnahme um 3% als klinisch bedeutsam angesehen. Weil ältere Menschen aber oft schon eine geringere SpO2 haben, entschieden sie sich für den engeren Grenzwert.

„Behauptungen, dass das Tragen von Alltagsmasken unsicher sei, werden durch unsere Ergebnisse nicht gestützt“, schreiben die kanadischen Ärzte. Auch alte Menschen könnten, sofern nicht medizinische Gründe dies verhinderten, einen Mund-Nasen-Schutz tragen, ohne dass bei leichter körperlicher Aktivität ein Abfall der SpO2 zu erwarten sei.

  

Literatur

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