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10.09.2021 | COVID-19 | Nachrichten

Neue Erkenntnisse berücksichtigt

Erster Leitfaden für Niedergelassene zu Long- und Post-COVID

Autor:
Wolfgang Geissel

Nun wird auch in Deutschland allen Schwangeren ab dem 2. Trimenon zur COVID-Impfung geraten. Eine entsprechende Beschlussvorlage hat die Ständige Impfkommission (STIKO) den Bundesländern und Fachkreisen vorgelegt.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt jetzt auch für Schwangere ab dem 2. Trimenon die COVID-19-Impfung, und zwar mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs. Die gleiche Empfehlung gilt für Stillende. Die noch vorläufige Empfehlung aus einer entsprechenden Beschlussvorlage hat das Gremium in einer Pressemeldung angekündigt.

Ähnliche Empfehlungen gab es in anderen Ländern, wie den USA und dem Vereinigten Königreich (UK) schon länger. Auch hatten sich Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) schon vor der STIKO für die Corona-Impfung Schwangerer ausgesprochen. Die STIKO hatte bisher aber die Datenlage zum Erkrankungsrisiko sowie zur Sicherheit und Effektivität der Impfung für die Mutter und ihr ungeborenes Kind als nicht ausreichend angesehen.

Risiko für schwere COVID-Verläufe erhöht

Neue Erkenntnisse hätten das Gremium jetzt umgestimmt, wie STIKO-Mitglied Dr. Marianne Röbl-Mathieu aus München bei einer Videoschalte des „Science Media Centers“ berichtet hat. Inzwischen sei klar, dass Schwangere ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-Verläufe haben. Etwa zehn Prozent erkranken schwer (stationäre Therapie erforderlich), vier Prozent müssen auf die Intensivstation und drei Prozent mechanisch beatmet werden. Das hat die CRONOS-Registerstudie mit etwa 3000 infizierten Schwangeren in Deutschland ergeben, wie der Neonatologe Professor Mario Rüdiger vom Universitätsklinikum Dresden bei der Veranstaltung berichtet hat. Der Infektionsdruck bei den Frauen ist zudem durch die Delta-Variante gestiegen.

Publizierte Studien mit großen Kohorten von Schwangeren in Israel und den USA hätten zudem keine Signale für Sicherheitsbedenken durch die Impfung ergeben, sagte Röbl-Mathieu weiter. Die Impfung sei in der Schwangerschaft zudem ähnlich gut wirksam wie bei Nicht-Schwangeren. Die niedergelassene Gynäkologin betonte allerdings, dass Schwangere ausführlich zur Impfung aufgeklärt werden müssen. Sie hofft nun, dass sich jetzt deutlich mehr Schwangere als bisher schützen lassen.

Besser vor der Schwangerschaft impfen!

Allerdings: Die COVID-Impfung in der Schwangerschaft ist immer nur die zweitbeste Lösung, betonte ihr STIKO-Kollege Professor Christian Bogdan vom Universitätsklinikum Erlangen bei der virtuellen Veranstaltung. Besser sollte bereits vor der Empfängnis geimpft werden. Dies biete auch einen sehr guten Schutz im 1. Trimenon, wo eine Impfung nicht empfohlen wird. Die STIKO rät daher auch ausdrücklich zur COVID-Impfung bei allen Frauen im gebärfähigen Alter.

Ein weiteres Plus eines Impfschutzes in der Schwangerschaft ist der sechsmonatige Nestschutz. Dieser wird bei den Neugeborenen erzielt, weil Antikörper der Mutter über die Plazenta auf das ungeborene Kind übergehen. Auch beim Stillen werden dem Kind mit der Muttermilch Antikörper weitergeben.

Wann erscheint nun die neue Empfehlung im Impfkalender? Der Beschlussentwurf zur Schwangerenimpfung mit ausführlicher wissenschaftlicher Begründung befindet sich nun im vorgeschriebenen Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und den beteiligten Fachkreisen, schreibt die STIKO dazu. Ist das Verfahren abgeschlossen, soll die endgültige Empfehlung zeitnah im „Epidemiologischen Bulletin“ veröffentlicht werden. Änderungen der Regelungen sind bis dahin also noch möglich.

Quelle: Ärzte Zeitung

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