Skip to main content
main-content

13.08.2020 | COVID-19 | Nachrichten

Einmalzahlung

Corona-Bonus auch für Pflegekräfte in Kliniken

Autor:
Thomas Hommel

Vehement wurde sie gefordert, nun soll es auch für Pflegebeschäftigte in Krankenhäusern eine Corona-Prämie geben. GKV-Spitzenverband und Krankenhausgesellschaft sollen zeitnah einen Vorschlag vorlegen. Unklar ist, wer die Kosten trägt.

Pflegebeschäftigte in Krankenhäusern sollen nun doch in den Genuss einer Corona-Sonderzahlung kommen. Auf „Anregung“ von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der GKV-Spitzenverband einen Vorschlag erarbeiten, wie dies „zügig“ umgesetzt werden könne, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz, der „Ärzte Zeitung“.

Zuvor hatten Vertreter der DKG und des GKV-Spitzenverbandes mit Spahn über das Thema beraten. Die DKG teilte dazu auf Anfrage mit: „GKV und DKG sind beauftragt, zeitnah Lösungswege für Zahlungen an besonders belastete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere in der Pflege aufzuzeigen.“

Würdigung für Corona-Einsatz

Bislang gibt es den sogenannten Corona-Bonus nur für Beschäftigte in der ambulanten und stationären Altenpflege. Spahn hatte die einmalige Sonderzahlung von bis zu 1500 Euro unter anderem damit begründet, dass Altenpfleger in der Hochzeit der Pandemie auch die fehlende Zuwendung von Angehörigen kompensiert hätten. Viele Pflegeheime hatten zum Schutz der Bewohner vor einer SARS-CoV-2-Infektion Besuchsverbote verhängt.

Pflegeverbände hatten in der Vergangenheit mehrfach betont, die Sonderzahlung in der Altenpflege sei richtig und angemessen. Der Einsatz der Pflegefachkräfte in Krankenhäusern während der Pandemie sei aber ebenfalls mit einem Bonus zu würdigen. Alles andere sei den Beschäftigten nicht zu vermitteln.

Bonus-Vorschlag bis spätestens Anfang September

„Viele Pflegekräfte waren bei der Versorgung von Corona-Patienten ganz besonders gefordert“, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes Lanz. Die Kassen würden die Anregung des Gesundheitsministers für einen Bonus daher „gerne übernehmen“, so Lanz. Aus Kreisen der Gesprächsteilnehmer hieß es, mit einer Entscheidung, wie das Ganze umzusetzen ist, sei spätestens Anfang September zu rechnen.

Die Gretchenfrage dürfte lauten, wer für die Kosten der Einmal-Zahlungen aufkommt. Die Krankenhauslobby sieht die Kassen in der Pflicht. In der „Phase der historisch größten Herausforderung des Gesundheitswesens“ sparten die Kassen offensichtlich in Milliardenhöhe, hatte die DKG Anfang der Woche erklärt.

Vor diesem Hintergrund sei die Weigerung der Kostenträger, „die von der Politik geforderte Bonuszahlung für Pflegekräfte zu finanzieren, nicht mehr vermittelbar“, so DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Sie stelle „fast schon einen Affront gegenüber den Pflegekräften dar, die mit ihren Sozialversicherungsbeiträgen die Überschüsse mitfinanzieren“.

Quelle: Ärzte Zeitung

Weiterführende Themen

Webinare und Artikel zur Corona-Krise

Die aktuelle Entwicklung zu SARS-CoV-2 (2019-nCoV) und der Lungenkrankheit COVID-19 im Überblick. » zum Dossier

Passend zum Thema

ANZEIGE

Real-Life-Studie: Daten aus der „echten“ Welt

Welche medikamentöse Therapie eignet sich besonders zur Verbesserung der Asthmakontrolle? Die Salford Lung Study mit über 4.000 Asthma-Patienten untersuchte genau diese Fragestellung.

ANZEIGE

Nutzung von ICS bei Asthma während der COVID-19-Pandemie

Nach Empfehlung deutscher Fachgesellschaften sollten Asthmapatienten ihre Therapie, inklusive der Nutzung von inhalativen Kortikosteroiden (ICS), während der COVID-19-Pandemie unbedingt fortsetzen.

ANZEIGE

Therapieziel: Bestmögliche Asthmakontrolle

Hier finden Sie praxisrelevante Informationen und Services rund um die moderne medikamentöse Asthmatherapie mit einem Fokus auf Asthmakontrolle, Real-Life-Data und Lebensqualität. 

Passend zum Thema

ANZEIGE

COPD-Praxisempfehlung: Individuelle Therapie im Mittelpunkt

Nationale Leitlinien, internationale Empfehlungen, aktuelle Studien – es ist nicht immer leicht, als Arzt den Überblick zu behalten. Ein Expertenteam hat daher eine Praxisempfehlung entwickelt, welche die individuelle COPD-Therapie des Patienten in den Mittelpunkt rückt.

ANZEIGE

Pink Puffer vs. Blue Bloater – sind Patiententypen noch aktuell?

COPD ist eine heterogene und komplexe Erkrankung. Patienten können Symptome und Merkmale in unterschiedlichem Ausmaß aufweisen.[1] Für die COPD-Therapie sind Patiententypen daher mehr und mehr in den Hintergrund gerückt. Doch in welchen Fällen können sie nach wie vor ihre Berechtigung haben?

ANZEIGE

COPD Panorama

Mit einem Klick zum Überblick: Informieren Sie sich über die Vorteile der symptomorientierten Dualtherapie, erfahren Sie spannende Insights zur Indikation und lesen Sie aktuelle Studienergebnisse.

Passend zum Thema

ANZEIGE

COPD und nicht-invasive Behandlungsmethoden

Nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden wie die nicht-invasive Beatmung (NIV) können die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität von COPD-Patienten erheblich verbessern und das Sterberisiko senken. Die NIV-Therapie zur Behandlung von fortgeschrittener COPD hat Eingang in die neuen S2k-Leitlinien zur COPD-Therapie gefunden.

ANZEIGE

Erhöhter Patientenschutz durch Telemonitoring

In Deutschland werden etwa 86.000 Personen dauerhaft außerklinisch beatmet1. Eine Vielzahl dieser Patienten leidet an diversen multi-morbiden chronischen Erkrankungen und ist aktuell durch die COVID-19 Pandemie besonders gefährdet.

ANZEIGE

Wegweiser für die Einstellung einer nicht-invasiven Beatmung

Lesen Sie hier, wie man eine nicht-invasive Beatmung einstellen und anpassen kann. Das NIV-Adaptionsprotokoll für chronische Ateminsuffizienz bzw. chronisches Atemversagen gibt Empfehlungen für NIV-Einstellungen und Tipps zur Problembehandlung.

Bildnachweise