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27.11.2020 | COVID-19 | Nachrichten

Überblick

Das ist der Stand bei den entwickelten Corona-Impfstoffen

Autor:
Wolfgang Geissel

Das Bundesgesundheitsministerium erwartet die zeitnahe Zulassung eines Corona-Impfstoffes. Wann es mit den Impfungen los geht, ist unklar. Im kommenden Jahr könnten bis zu sieben Vakzinen zur Verfügung stehen.

Für Ärzte, MfA und Pflegekräfte sind die Aussichten etwas rosiger. Sie sollen als erste Impfungen gegen SARS-CoV-2 angeboten bekommen. Das hat Kanzlerin Angela Merkel bei ihrer Regierungserklärung am Donnerstag bekräftigt.

Wann dieser Start der Impfungen erfolgen wird, steht allerdings nicht fest. Aus einem Übersichtspapier des Gesundheitsministeriums wird ersichtlich, dass zumindest bei einem Impfstoff die Zulassung „zeitnah“ erwartet wird. Das Papier liegt der „Ärzte Zeitung“ vor. Die Impfzentren, die derzeit eingerichtet werden, sollen ab dem 16. Dezember parat stehen.

FDA bereitet Notfallzulassung vor

Aus dem Papier geht hervor, dass es zu einem „zeitlichen Auseinanderfallen“ der Zulassungszeitpunkte in den USA und Europa kommen kann. Dies sei nach Einschätzung des für die Impfstoffzulassung in Deutschland zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts „nicht völlig auszuschließen“.

Die Gründe lägen darin, dass die US-amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) eine Notfallzulassung vorbereitet hat. Die Europäische Zulassungsbehörde EMA nehme dagegen zusätzlich auch die Qualität der Produktion hinsichtlich ihres möglichen Einflusses auf die Wirksamkeit der Impfstoffe in den Blick.

Damit dauere zwar der Zulassungsprozess „etwas länger“, dafür dürften mögliche Probleme nach der Zulassung aber geringer ausfallen.

Bislang sind bei der EMA drei Bewertungsverfahren für COVID-19-Impfstoffkandidaten eingeleitet. Dafür haben die Unternehmen einzelne Datenpakete eingereicht. Dieses sogenannte „Rolling Review“-Verfahren soll helfen, Zeit zu sparen.

Aktuelle Spitzenreiter

BioNTech/Pfizer

Über ESI hat sich Deutschland 39 Millionen Dosen gesichert. Dazu kommen 30 Millionen Dosen auf nationale Initiative. Zwei Impfungen sind erforderlich.

Die Wirksamkeit soll nach bereits vorliegenden Daten bei 94 - 95 Prozent liegen. Das Joint Venture hat angekündigt, im kommenden Jahr bis zu 1,3 Milliarden Impfdosen herstellen zu können.

Die Notfallzulassung in USA ist beantragt. Bei der EMA läuft die Rolling Review. Eine bedingte Zulassung könnte zeitnah bis Anfang 2021 erfolgen.

Moderna

Über ESI erhält die Europäische Kommission 15 Millionen Dosen. Zwei Impfungen sind erforderlich. Moderna gibt für seinen Wirkstoff eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent an. Moderna ist im Rolling View-Verfahren bei der EMA.

Astra Zeneca und Universität Oxford

Deutschland hat sich über die Impfstoff-Initiative der Europäischen Union (ESI) 56,3 Millionen Dosen gesichert. Zwei Impfungen sind erforderlich.

Laut Gesundheitsministerium werfen Zwischenanalysen von Phase 2/3-Studien aus Großbritannien und Brasilien vom 23. November noch Fragen auf, wie hoch die klinische Wirksamkeit angesetzt werden könne. Die Auswertung von Daten komme derzeit auf rund 70 Prozent. Das Zulassungsverfahren bei der EMA ist bereits eingeleitet.

Weitere Impfstoffe in der Pipeline

CureVac

Über ESI erhältDeutschland mindestens 42 Millionen Dosen. Die abschließende Verteilung zwischen den EU-Mitgliedsstaaten ist laut BMG noch nicht endgültig geregelt. Dazu kommen bis zu 20 Millionen Dosen auf nationale Initiative. Zwei Anwendungen sind erforderlich.

Klinische Prüfungen der Phasen 1 und 2 laufen. Die Ergebnisse weisen auf einen möglichen Start von 2b/3-Studien hin. Eine Zulassung in der EU wird für 2021 angestrebt.

Johnson & Johnson

Über ESI hat sich Deutschland 37,3 Millionen Dosen gesichert. Klinische Prüfungen der Phase 3 laufen. Eine Zulassung ist für 2021 angestrebt.

Sanofi/GSK

Über ESI hat sich Deutschland mindestens 56 Millionen Dosen gesichert, bislang ohne verbindliche Abnahmeverpflichtung. Zwei Anwendungen sind erforderlich.

Klinische Prüfungen der Phasen 1 und 2 laufen. Phase 3 hat Stand Ende November noch nicht begonnen. Eine Zulassung wird frühestens 2021 erwartet.

IDT

Deutschland hat sich national fünf Millionen Dosen gesichert. Vertragsverhandlungen mit der Europäischen Kommission gibt es Stand Ende November noch nicht. Eine klinische Prüfung der Phase 1 läuft bereits.

Quelle: Ärzte Zeitung

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