Skip to main content
main-content

24.11.2020 | COVID-19 | Nachrichten

EU-Kommission

Europäer bekommen auch Corona-Impfstoff von Moderna

Autor:
dpa

Über 90 Prozent Wirksamkeit: Positive Testdaten zu den Impfstoffen von BioNtech und Moderna haben Hoffnung geweckt. Nun ist auch der europäische Rahmenvertrag mit letzterem unter Dach und Fach.

Die Europäer bekommen auch den als sehr aussichtsreich erachteten Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna. Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über bis zu 160 Millionen Dosen ausgehandelt, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag mitteilte. Der Vertrag soll am Mittwoch formal besiegelt werden. Die EU-Kommission hat nun Verträge mit den Herstellern aller drei Impfstoffe, denen die besten Chancen für eine rasche Zulassung in den kommenden Wochen gegeben werden. Neben Moderna sind das Biontech/Pfizer und Astrazeneca. Alle drei hatten in den vergangenen Tagen vielversprechende Testdaten bekannt gegeben. Demnach sind alle drei Vakzine wirksam und verträglich.

„Corona-Auflagen können die Ausbreitung des Virus in dieser schwierigen Lage begrenzen, aber wir wissen, dass nur ein sicherer und wirksamer Impfstoff eine langfristige und nachhaltige Lösung gegen diese Pandemie bietet“, sagte von der Leyen. Mit den von der Kommission geschlossenen Verträgen hätten die Europäer künftig Zugang zu den aussichtsreichsten Kandidaten.

Prüfung durch die europäische Arzneimittel-Behörde EMA

Noch hat kein Corona-Impfstoff eine europäische Zulassung. Die ersten Lizenzen könnten nach Erwartung der Bundesregierung und der EU-Kommission im Dezember erteilt werden. Zuvor ist jedoch eine Prüfung durch die europäische Arzneimittel-Behörde EMA nötig. Von der Leyen bekräftigte, dass die Zulassung nur erteilt werde, wenn ein Impfstoff wirklich sicher und wirksam sei. Transparenz sei hier entscheidend.

Der jetzt bestellte Moderna-Impfstoff hat nach Angaben des Herstellers eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent. Die EMA hat ein Rolling-Review-Verfahren zu dem Präparat begonnen, das eine vergleichsweise rasche Zulassung zum Ziel hat.

Die EU-Kommission schließt im Namen der 27 Mitgliedsstaaten Rahmenverträge mit den Herstellern ab. Diese Verträge beinhalten einerseits Vorauszahlungen, damit die Pharmafirmen die Produktion rasch aufbauen können, und andererseits Vorkaufsrechte für die EU-Staaten. Nach Zulassung eines Mittels sollen alle 27 Staaten gleichzeitig Zugriff darauf bekommen, anfangs nach Produktionskapazität allerdings auf nur kleine Mengen.

Verteilung in der EU nach Bevölkerungszahl

Verteilt werden sie in der EU nach Bevölkerungszahl. Deutschland hat einen Anteil von 18,6 Prozent. In Deutschland wiederum dürften zunächst Risikogruppen und Gesundheitspersonal geimpft werden. Bis alle Menschen die Chance auf einen schützenden Piks bekommen, werden noch Monate vergehen.

Brüssel hat sich schon während der Entwicklung eine breite Palette von Impfstoffen gesichert, auch in der Erwartung, dass nicht alle reibungslos funktionieren. Sollten sich jedoch die Hoffnungen in die aussichtsreichen Impfstoffe erfüllen, wird die EU letztlich mehr als genug Einheiten für alle rund 450 Millionen Einwohner haben, selbst wenn die Vakzine meist zweimal gegeben werden müssen.

Weitere Verträge abgeschlossen oder in Vorbereitung

Neben den 160 Millionen Dosen von Moderna hat sich die EU-Kommission bis zu 300 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer und weitere 300 Millionen Dosen von Astrazeneca gesichert. Daneben gibt es weitere Verträge mit Herstellern, die noch nicht ganz so weit in der Entwicklung sind: bis zu 405 Millionen Dosen vom deutschen Hersteller Curevac, bis zu 300 Millionen Dosen von Sanofi-GSK und bis zu 200 Millionen Dosen von Johnson&Johnson. Ein weiterer Vertrag ist laut von der Leyen in Vorbereitung.

Von der Leyen bekräftige auch das Ziel, allen Menschen in der Welt Zugang zu Impfstoffen zu geben. Dafür unterstütze die EU die zu diesem Zweck gegründete Institution Covax.

Quelle: Ärzte Zeitung

Weiterführende Themen

Coronavirus Corona-Update

Die aktuelle Entwicklung im Überblick: Nachrichten, Webinare, Übersichtsarbeiten.

Passend zum Thema

ANZEIGE

COPD und nicht-invasive Behandlungsmethoden

Nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden wie die nicht-invasive Beatmung (NIV) können die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität von COPD-Patienten erheblich verbessern und das Sterberisiko senken. Die NIV-Therapie zur Behandlung von fortgeschrittener COPD hat Eingang in die neuen S2k-Leitlinien zur COPD-Therapie gefunden.

ANZEIGE

Wegweiser für die Einstellung einer nicht-invasiven Beatmung

Lesen Sie hier, wie man eine nicht-invasive Beatmung einstellen und anpassen kann. Das NIV-Adaptionsprotokoll für chronische Ateminsuffizienz bzw. chronisches Atemversagen gibt Empfehlungen für NIV-Einstellungen und Tipps zur Problembehandlung.

ANZEIGE

Chronische Atemwegserkrankungen seit 1990 um knapp 40 % gestiegen

Daten aus der „Global Burden of Diseases, Injuries, and Risk Factors Study 2017“ zeigen einen weltweiten Anstieg chronischer Atemwegserkrankungen (CRD) zwischen 1990 und 2017 um knapp 40 % auf 545 Millionen. CRD war 2017 bereits die dritthäufigste Todesursache.

Passend zum Thema

ANZEIGE

Real-Life-Studie: Daten aus der „echten“ Welt

Welche medikamentöse Therapie eignet sich besonders zur Verbesserung der Asthmakontrolle? Die Salford Lung Study mit über 4.000 Asthma-Patienten untersuchte genau diese Fragestellung.

ANZEIGE

Nutzung von ICS bei Asthma während der COVID-19-Pandemie

Nach Empfehlung deutscher Fachgesellschaften sollten Asthmapatienten ihre Therapie, inklusive der Nutzung von inhalativen Kortikosteroiden (ICS), während der COVID-19-Pandemie unbedingt fortsetzen.

ANZEIGE

Therapieziel: Bestmögliche Asthmakontrolle

Hier finden Sie praxisrelevante Informationen und Services rund um die moderne medikamentöse Asthmatherapie mit einem Fokus auf Asthmakontrolle, Real-Life-Data und Lebensqualität. 

Passend zum Thema

ANZEIGE

COPD-Praxisempfehlung: Individuelle Therapie im Mittelpunkt

Nationale Leitlinien, internationale Empfehlungen, aktuelle Studien – es ist nicht immer leicht, als Arzt den Überblick zu behalten. Ein Expertenteam hat daher eine Praxisempfehlung entwickelt, welche die individuelle COPD-Therapie des Patienten in den Mittelpunkt rückt.

ANZEIGE

Pink Puffer vs. Blue Bloater – sind Patiententypen noch aktuell?

COPD ist eine heterogene und komplexe Erkrankung. Patienten können Symptome und Merkmale in unterschiedlichem Ausmaß aufweisen.[1] Für die COPD-Therapie sind Patiententypen daher mehr und mehr in den Hintergrund gerückt. Doch in welchen Fällen können sie nach wie vor ihre Berechtigung haben?

ANZEIGE

COPD Panorama

Mit einem Klick zum Überblick: Informieren Sie sich über die Vorteile der symptomorientierten Dualtherapie, erfahren Sie spannende Insights zur Indikation und lesen Sie aktuelle Studienergebnisse.

Passend zum Thema

30.09.2019 | Sonderbericht | Onlineartikel

Rationaler Einsatz von Antibiotika - jede (Nicht-)Verordnung zählt!

Damit eine rationale Antibiotikatherapie in der Praxis funktioniert, sind ein Problembewusstsein, definierte Qualitätsstandards sowie praxisgerechte Empfehlungen und Informationsmöglichkeiten entscheidend. Mit Antibiotic Stewardship (ABS) existiert bereits ein entsprechendes Konzept für den klinischen Bereich. Es bleibt jedoch eine große Herausforderung, ABS auch für den ambulanten Sektor umzusetzen bzw. anzupassen.

Bionorica SE

17.09.2019 | Sonderbericht | Onlineartikel

Zuverlässiger Schnelltest auf Procalcitonin überzeugt in der Praxis nicht jeden Arzt

Der Procalcitonin-Test ist seit etwa einem Jahr im Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung enthalten. Fachärzte sind geteilter Meinung bezüglich des Nutzens dieses Schnelltests im ambulanten Praxisalltag.

Bionorica SE
ANZEIGE

Atemwegsinfektionen – Fehlverordnungen von Antibiotika in der Praxis reduzieren

Infektionen der Atemwege sind vor allem viralen Ursprungs. Antibiotika helfen gegen sie nicht. Wie Sie Atemwegsinfektionen sicher diagnostizieren, evidenzbasiert therapieren und gezielt vorbeugen – dazu finden Sie hier Artikel und Videos mit Statements von Experten.

Bildnachweise