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30.11.2021 | COVID-19 | Nachrichten

Schutz vor Omikron-Variante

Virologen und Immunologen raten zu umfassenden Kontaktbeschränkungen

Autor:
Anne Bäurle

Die neue Coronavirus-Variante Omikron trägt ungewöhnlich viele Mutationen, warnt die WHO. Um das Virus aufzuhalten, fordern die Deutschen Gesellschaften für Virologie und Immunologie Kontaktbeschränkungen – und gegebenenfalls eine Impfpflicht.

Um die vierte Corona-Infektionswelle zu brechen und eine Ausbreitung der Omikron-Virusvariante zu verhindern, fordern die Deutschen Gesellschaften für Virologie (GfV) und Immunologie (DGfI) klare und konsequente politische Maßnahmen. Dazu gehörten umfassende Kontaktbeschränkungen, die Erhöhung der Impfquote, gegebenenfalls auch die Einführung einer Impfpflicht sowie konsequente Auffrischungsimpfungen.

Schließungen von Schulen und Kitas seien möglichst zu vermeiden. Dafür sollten Maßnahmen wie das Tragen von FFP2-Masken und Testen konsequent umgesetzt werden, „bei gleichzeitiger Betonung der Eigenverantwortung der Erwachsenen, sich und andere durch Impfen zu schützen“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Unabhängig von Delta entstanden

Eine Infektion mit Omikron ist mit den gängigen SARS-CoV-2-PCR-Tests nachweisbar; auch Antigenschnelltests sollten geeignet sein. Die Variante selbst aber kann derzeit nur mittels Sequenzierung sicher identifiziert werden, berichten GfV und DGfI. Wie umfänglich dies gilt, werde derzeit noch überprüft. PCR-basierte Verfahren zur zeitnahen Detektion der Variante sollten möglichst flächendeckend eingesetzt werden, um eine schnelle Kontaktnachverfolgung und Quarantäne infizierter Personen zu ermöglichen.

Phylogenetische Untersuchungen zeigen, dass die Omikron-Variante unabhängig von der derzeit dominierenden Delta-Variante entstanden ist. Sie trägt im Vergleich zum Wildtyp-Virus eine ungewöhnlich hohe Zahl von etwa 30 Mutationen im RNA-Bereich, der für das Spike-Protein kodiert.

Darunter sind nach Angaben des RKI solche mit bekanntem phänotypischem Einfluss (Erhöhung der Transmission, Immunevasion), aber auch viele Mutationen, deren Bedeutung unklar ist. Das Virus könnte also einen relativ großen evolutionären Sprung unter hohem Selektionsdruck gemacht haben.

Welche Auswirkungen haben die Mutationen?

Erste Daten weisen darauf hin, dass Omikron infektiöser ist als die Delta-Variante, da die Infektionszahlen in Südafrika, wo die Variante im November erstmals nachgewiesen wurde, gestiegen sind. Inwiefern sich die Omikron-Variante in Bezug auf Virulenz, der Wirksamkeit von Impfstoffen und therapeutischen Antikörpern vom Wildtyp und anderen Varianten unterscheidet, ist noch unklar.

Die WHO betont, dass derzeit noch keinerlei Aussagen getroffen werden könnten, ob die Omikron-Variante andere Symptome als die übrigen Virusvarianten auslösen. „Die initialen Infektionen wurden in Südafrika bei College-Stunden festgestellt – also bei jüngeren Personen mit generell nur wenigen oder milden Symptomen“, heißt es in einer WHO-Mitteilung.

Bezüglich der Therapieoptionen bei COVID-19 berichtet die Organisation: „Kortikosteroide und IL-6-Hemmer werden bei schwerkranken COVID-Patientinnen und -Patienten weiterhin effektiv sein. Bei anderen Therapien muss dies noch geprüft werden.“

Während Moderna-Vorstand Stephane Bancel von einer „weit geringeren Wirksamkeit der Impfung“ ausgeht, glauben viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass die derzeit verfügbaren Impfstoffe wahrscheinlich auch weiter vor schweren Verläufen und Tod schützen werden.

Die beiden Hersteller von mRNA-Vakzinen Moderna und BioNTech/Pfizer haben angekündigt, ihre Impfstoffe innerhalb einiger Wochen auf die Omikron-Variante adaptieren zu können.

Quelle: Ärzte Zeitung

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