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22.02.2021 | COVID-19 | Schwerpunkt: Psychosoziale Folgen der COVID-19 Pandemie - Behandlungsprobleme Zur Zeit gratis

Nutzung der ambulanten Psychotherapie über die Videosprechstunde

Ein Drittel der Patienten wird nicht erreicht

Zeitschrift:
Psychotherapeut
Autoren:
Erfan Ghaneirad, Stefanie Groba, Stefan Bleich, Prof. Dr. Gregor R. Szycik
Wichtige Hinweise

Zusatzmaterial online

Die Online-Version dieses Beitrags (https://​doi.​org/​10.​1007/​s00278-021-00497-3) enthält folgendes Zusatzmaterial: Fragebogen zur Nutzung der Videosprechstunde in der ambulanten Psychotherapie. Beitrag und Zusatzmaterial stehen Ihnen auf www.​springermedizin.​de zur Verfügung. Bitte geben Sie dort den Beitragstitel in die Suche ein, das Zusatzmaterial finden Sie beim Beitrag unter „Ergänzende Inhalte“.

Zusammenfassung

Hintergrund

Aufgrund der Hygienemaßnahmen während der Coronapandemie Anfang 2020 war Präsenzpsychotherapie vielerorts in Deutschland nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich. Psychotherapie via Videokonferenz trat als alternative Versorgungsmöglichkeit an diese Stelle.

Fragestellung

Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Frage der tatsächlichen Nutzung dieser Art von Psychotherapie während des Lockdowns.

Material und Methode

Durch Befragung von Behandlern in der psychotherapeutischen Ausbildungsambulanz der Medizinischen Hochschule Hannover bezüglich ihrer Erfahrung sowie Erfahrung ihrer Patienten mit der Nutzung der Videosprechstunde während laufender Richtlinienpsychotherapie konnten Daten von 338 Patienten erhoben werden. Die Daten enthalten Angaben u. a. zur Annahme oder zur Ablehnung des Angebots der Videosprechstunde, zu Gründen der Ablehnung oder zu technischen Problemen bei der Durchführung.

Ergebnisse

Die präsentierten Daten zeigen, dass 35 % der Patienten von der Videosprechstunde nicht erreicht werden konnten. Circa die Hälfte der Patienten aus dieser Gruppe konnte aufgrund mangelnder technischer Ausstattung diese Therapieform nicht nutzen. Die andere Hälfte wünschte keine Therapie mithilfe der Videosprechstunde, obwohl die technischen Voraussetzungen dazu vorhanden waren. In der Gruppe der Nutzer der Videosprechstunde wurden in 31 % der Fälle die Sitzungen durch technische Störungen beeinträchtigt, und in weiteren 10 % der Fälle führten die Störungen sogar zur vorzeitigen Beendigung der Sitzung. Die vorgestellten Daten machen deutlich, dass mit steigendem Alter und sinkendem Bildungsniveau die Nutzung der Therapie über Videosprechstunde signifikant abnimmt.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass trotz der Verbreitung der Videosprechstunde ein beträchtlicher Anteil der Patienten durch das Angebot nicht erreicht wird und somit im Fall weiterer Lockdowns Spezialangebote für diese Gruppe erwogen werden sollten. Die Autoren empfehlen Unterstützung durch Krankenkassen für Patienten, die über keine technischen Voraussetzungen verfügen. Patienten, die sich auf diese Form der Behandlung nicht einlassen wollten, brauchen therapeutisch motivierende Unterstützung.

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