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20.09.2021 | COVID-19 | Leitthema | Ausgabe 10/2021 Zur Zeit gratis

Der Radiologe 10/2021

COVID-19: Epidemiologie und Mutationen

Ein Update

Zeitschrift:
Der Radiologe > Ausgabe 10/2021
Autoren:
PD Dr. med. Christoph J. Hemmer, M. Löbermann, E. C. Reisinger
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Zusammenfassung

Mutationen von SARS-CoV‑2 können die Ausbreitungsfähigkeit und Infektiosität erhöhen sowie die Schutzwirkung von Antikörpern vermindern, die nach einer Infektion, einer Impfung oder einer Antikörpertherapie vorhanden sind. Die Alpha-Variante (B.1.1.7), die zuerst in Kent/Großbritannien beobachtet wurde, hat zu einer Erhöhung des R‑Werts und damit der Infektiosität um 75 % geführt. Die Wirksamkeit der in Deutschland verfügbaren Impfungen gegen SARS-CoV‑2 scheint durch diese Mutationen jedoch nur geringfügig beeinträchtigt zu sein. Bei der Beta-Variante (B.1.351), die zuerst in Südafrika beschrieben wurde, ist die Fähigkeit von Antikörpern, SARS-CoV‑2 zu neutralisieren, vermindert. Die therapeutisch verwendeten monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesivimab sind unwirksam. Der Impfstoff von AstraZeneca hat gegenüber leichten und mittelschweren Erkrankungen durch die Beta-Variante fast keine Schutzwirkung. Die Gamma-Variante (P.1 oder B.1.1.28.1), die zuerst in Brasilien gefunden wurde, ist wahrscheinlich um den Faktor 1,7 bis 2,6 stärker übertragbar als zuvor in Brasilien zirkulierende Virusstämme. Neben der Infektiosität scheint auch das Sterberisiko bei der Gamma-Variante um den Faktor 1,2 bis 1,9 bei Erwachsenen und bei jüngeren Patienten um den Faktor 5 bis 8 erhöht zu sein. Die Delta-Variante (B.1.617), die zuerst in Indien beschrieben wurde, ist inzwischen in den meisten Ländern dominierend. Ihre Infektiosität ist gegenüber der zuvor dominierenden Alpha-Variante um etwa 50 % erhöht, die Schutzwirkung der verfügbaren Impfungen vor symptomatischen Erkrankungen kann vermindert sein (BioNTech: Delta-Variante 88 %, Alpha-Variante 93,7 %; AstraZeneca: Delta-Variante 67 %, Alpha-Variante 74,5 %). Ferner ist der Krankheitsverlauf bei der Delta-Variante oft schwerer als beim Wildtyp. Erkrankungen durch die Delta-Variante verlaufen bei Geimpften leichter als bei Ungeimpften, und tödliche Verläufe sind wesentlich seltener. Eine hohe Impfquote ist unerlässlich, um einer Herdenimmunität möglichst nahezukommen und die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Selbst bei verminderter Schutzwirkung gegenüber leichten und mittelschweren Erkrankungen bieten Impfungen in der Regel einen ausgezeichneten Schutz gegenüber lebensbedrohlichen und tödlichen Krankheitsverläufen.

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