Zum Inhalt

Das deutsche COVID-19-Rheumaregister

Erschienen in:

Zusammenfassung

Zu Beginn der COVID-19(Coronavirus-Erkrankung 2019)-Pandemie im Dezember 2019 gab es keine Evidenz zur Steuerung der immunsuppressiven oder immunmodulatorischen Therapie oder zum Outcome einer SARS-CoV-2(„severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2“)-Infektion bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (ERE). Die Justus-Liebig-Universität Gießen hat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie das Deutsche COVID-19-Register (www.covid19-rheuma.de) etabliert. Durch das COVID-19-Register wurden erstmals eine systematische Erfassung und Auswertung einer viralen Infektion bei Patienten mit ERE durchgeführt. Die Datenerfassung begann bereits im März 2020. Das Register zählt mittlerweile zu den größten weltweit auf diesem Gebiet. Bis zum 18.12.2023 wurden über 7100 Fälle erfasst. Im Jahr 2020 wurden erste wissenschaftliche Erkenntnisse zur SARS-CoV-2-Infektion bei ERE-Patienten aus dem Register generiert. Diese zeigten eine Assoziation zwischen der Krankheitsaktivität der ERE, bestimmten Komorbiditäten wie kardiovaskulären Erkrankungen und Therapien wie Rituximab mit einem ungünstigen Verlauf. Die Inhalte und der Aufbau der Datenbank wurden bereits bei der Konzeption so gestaltet, dass Kooperationen und Datentransfers mit anderen nationalen und internationalen Kooperationen (z. B. EULAR-COVID-19-Registry, COVID-19-Global Rheumatology Alliance sowie Lean European Open Survey on SARS-CoV-2-infizierten Patienten) möglich sind. Zusätzlich wurden weitere Register und Umfragen initiiert. Ein Impfregister erfasste die Verträglichkeit und möglichen Nebenwirkungen der COVID-19-Impfung bei ERE-Patienten. Die Daten führten zu zahlreichen Publikationen und bildeten die Grundlage für nationale und internationale Handlungsempfehlungen zur Betreuung und Impfung von ERE-Patienten während der COVID-19-Pandemie. Zusammenfassend hat das Deutsche COVID-19-Register einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung des Verlaufs von COVID-19 bei ERE-Patienten geleistet und eine internationale Zusammenarbeit ermöglicht, um ein besseres Verständnis von COVID-19 und ERE zu erlangen.
Titel
Das deutsche COVID-19-Rheumaregister
Verfasst von
PD Dr. med. habil. Rebecca Hasseli
Anne C. Regierer
Anja Strangfeld
Alexander Pfeil
die COVID-19-Register Kommission der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie
Publikationsdatum
30.05.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Rheumatologie / Ausgabe 7/2024
Print ISSN: 0340-1855
Elektronische ISSN: 1435-1250
DOI
https://doi.org/10.1007/s00393-024-01516-9
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.