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Auszug

Sport und Bewegung scheinen neben den verschiedenen positiven Auswirkungen auf Körper und Geist auch einen direkten Einfluss auf die Entstehung und das Fortschreiten einer Krebserkrankung zu haben. Nun konnte ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unter der Leitung von Prof. Dr. Yurdagül Zopf zeigen, dass diese direkten antitumoralen Mechanismen auch bei schwer erkrankten Krebspatienten durch eine Sporttherapie aktiviert werden können [Schwappacher R et al. J Physiology 2020; doi.org/10.1113/JP279150]. Der Skelettmuskel sondert durch Stimulation Myokine, also hormonähnliche Botenstoffe, ab. Myokine schaffen eine entzündungshemmende Umgebung und vermitteln die positiven Effekte von Sport und Bewegung auf den Körper. In Gesunden und Krebserkrankten im Frühstadium wurde bereits beschrieben, dass bewegungskonditioniertes Serum - und darin enthaltene Myokine - das Wachstum von Krebszellen beeinflusst. Das Forschungsteam konnte jetzt erstmals berichten, dass die schonende, aber effektive Trainingsmethode der Ganzkörperelektromyostimulation bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung Myokine ausschüttet, die das Wachstum von malignen Tumorzellen verhindern und gleichzeitig deren Zelltod verstärken. Mittels weiterer Studien wollen die Wissenschaftler im Fortgang beteiligte Myokine mit antitumoraler Wirkung identifizieren, um wertvolle Hinweise zur Entwicklung multimodaler Krebstherapien zu erhalten.
© Gartner / science photo library / Agentur Focus
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Titel
Panorama
Verfasst von
Redaktion Facharztmagazine
Publikationsdatum
12.10.2020
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Orthopädie & Rheuma / Ausgabe 5/2020
Print ISSN: 1435-0017
Elektronische ISSN: 2196-5684
DOI
https://doi.org/10.1007/s15002-020-2903-x