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coloproctology

Die Rolle des intestinalen Mikrobioms in der Pathogenese postoperativer Infektionen

Zusammenfassung

Hintergrund

Das intestinale Mikrobiom und seine Stoffwechselprodukte sind entscheidend für Barrierefunktion, Immunhomöostase und Wundheilung im Darm. Im perioperativen Kontext können viele Faktoren die mikrobielle Zusammensetzung und Funktion verändern und das postoperative Ergebnis beeinflussen.

Ziel der Arbeit

Die aktuelle Evidenz zur Rolle des intestinalen Mikrobioms in der Pathogenese postoperativer Infektionen wird zusammengefasst, die zugrunde liegenden mikrobiologisch-metabolischen Mechanismen werden beleuchtet und potenzielle präventive sowie therapeutische Ansätze aufgezeigt.

Material und Methoden

Selektive Literaturrecherche unter Berücksichtigung experimenteller, translational-klinischer und klinischer Arbeiten.

Ergebnisse

Präklinische und klinische Studien zeigen, dass Ernährung, Antibiotikatherapie und chirurgischer Stress das mikrobielle Gleichgewicht beeinflussen. Die daraus resultierende funktionelle Dysbiose fördert die Aktivierung bakterieller Virulenzprogramme, verstärkt Entzündungsreaktionen und beeinträchtigen Heilungsprozesse. Dies kann postoperative Infektionen, Anastomoseninsuffizienzen und Sepsis begünstigen. Erste Erkenntnisse weisen darauf hin, dass mikrobiombasierte Interventionen das Infektionsrisiko verringern könnten.

Diskussion

Aktuelle Evidenz deutet darauf hin, dass Veränderungen des intestinalen Mikrobioms und Metaboloms im perioperativen Verlauf zur Entstehung infektiöser Komplikationen beitragen können. Eine gezielte Modulation des Mikrobioms vor und nach Operationen könnte ein innovativer Ansatz zur Infektionsprävention darstellen. Prospektive Studien mit standardisierten Methoden sind erforderlich, um mikrobiomgestützte Strategien in die chirurgische Routine zu integrieren.
Titel
Die Rolle des intestinalen Mikrobioms in der Pathogenese postoperativer Infektionen
Verfasst von
Dr. med. Kamacay Cira
Publikationsdatum
23.02.2026
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
coloproctology
Print ISSN: 0174-2442
Elektronische ISSN: 1615-6730
DOI
https://doi.org/10.1007/s00053-026-00947-z
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