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27.02.2019 | Originalien

Das Deutsche Pilz-Keratitis-Register

Erste Ergebnisse einer multizentrischen Erhebung

Zeitschrift:
Der Ophthalmologe
Autoren:
Dr. M. Roth, L. Daas, A. Renner-Wilde, N. Cvetkova-Fischer, M. Saeger, M. Herwig-Carl, M. Matthaei, A. Fekete, V. Kakkassery, G. Walther, M. von Lilienfeld-Toal, C. Mertens, J. Lenk, J. Mehlan, C. Fischer, M. Fuest, S. Kroll, W. Bayoudh, A. Viestenz, A. Frings, C. R. MacKenzie, E. M. Messmer, B. Seitz, O. Kurzai, G. Geerling
Wichtige Hinweise
Die Ergebnisse wurden als Vortrag auf dem DOG-Kongress 2018 in Bonn präsentiert.

Zusammenfassung

Hintergrund und Ziele

Die Pilzkeratitis ist ein ernst zu nehmendes, relativ seltenes Krankheitsbild, zu dem es bis zur Gründung des Deutschen Pilz-Keratitis-Registers 2015 keine gezielte Datenerfassung in Deutschland gab.

Patienten und Methoden

Es erfolgte der Einschluss retro- sowie prospektiver Patienten. Einschlusskriterium war die mittels Polymerasekettenreaktion (PCR), Kultur, Histologie oder konfokaler Mikroskopie (IVCM) gesicherte Diagnose. Erhobene Parameter waren Datum des Symptombeginns, Datum und Methode der Diagnosestellung, Risikofaktoren, Visus und Befunde bei Aufnahme und Follow-up, medikamentöse und chirurgische Therapie.

Ergebnisse

Bis 01/2018 wurden aus 16 Zentren Fälle von 102 Augen aus den Jahren 2000 bis 2017 gemeldet (64,3 % weiblich, Durchschnittsalter 52 Jahre, 18 bis 95 Jahre). Nur in 20,6 % der Fälle wurde initial die korrekte Diagnose gestellt. Die Dauer bis zur korrekten Diagnose lag bei 31,7 ± 46,9 (0–296) Tagen. Die Diagnose konnte in 74,5 % in der Kultur gesichert werden, in 30,4 % der Fälle histologisch, in 38,2 % der Fälle mittels PCR und in 27,4 % der Fälle mittels IVCM. Identifizierte Pilzgattungen waren zu 36,7 % Fusarium spp., zu 35,8 % Candida spp., zu 6,4 % Aspergillus spp. und zu 21,1 % Sonstige. Wichtigster Risikofaktor war der Gebrauch von Kontaktlinsen. Das meistverwendete Antimykotikum war Voriconazol (64,7 %), gefolgt von Amphotericin B (37,2 %). In 65,7 % der Fälle wurde im Verlauf eine Keratoplastik durchgeführt, bei 8,8 % musste das betroffene Auge enukleiert werden. Von initial 0,16 ± 0,25 (0,001–1,0) dezimal stieg der Visus des gesamten Studienkollektivs auf 0,28 ± 0,34 (0–1,0) dezimal an.

Schlussfolgerung

Die korrekte Diagnose der Pilzkeratitis erfolgt oft deutlich verzögert, die Therapie gestaltet sich meist langwierig und schwierig. Um ein besseres Verständnis dieser Erkrankung zu schaffen, bisher nicht bekannte Risikofaktoren und ggf. einen Wandel des Erregerspektrums zu erkennen und Ansätze zur Therapieoptimierung zu identifizieren, wird das Pilz-Keratitis-Register fortgeführt.

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