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27.02.2017 | Originalarbeit | Ausgabe 1/2017

Forum der Psychoanalyse 1/2017

Das dritte Geschlecht der Binnizá zwischen Globalisierung und Ethnizität

Hybride Identitäten?

Zeitschrift:
Forum der Psychoanalyse > Ausgabe 1/2017
Autor:
Dr. phil. Stefanie Graul
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag ist eine überarbeitete Fassung von: Graul S (2016) Die institutionalisierte Homosexualität der isthmenischen Zapoteken (Mexiko) zwischen Tradition und Moderne. In: Reichmayr J (Hrsg) Ethnopsychoanalyse revisited. Psychosozial-Verlag, Gießen, S 230–259. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Psychosozial-Verlags, Gießen 2016, www.​psychosozial-verlag.​de.

Zusammenfassung

Der Einfluss der westlichen „Lesbian-gay-bisexual-transsexual“(LGBT)-Bewegung und der mexikanischen Massenmedien verändert Rolle und Habitus des dritten sozialen Geschlechts bei den isthmischen Zapoteken (Binnizá), einem indigenen Volk im Süden Mexikos. Die Autorin stellt zunächst die traditionelle gesellschaftliche Funktion dieser institutionalisierten Homosexualität und die sozialisatorische Identitätsbildung der sogenannten Muxe‘ in der präödipalen und der ödipalen Phase dar. Dann werden die traditionellen, oft transgenerationalen homoerotischen Beziehungen der Binnizá analysiert und mit denen des frühen Ödipusmythos verglichen. Im Anschluss wird auf die hybridisierende Veränderung der traditionellen gesellschaftlichen Rolle der Muxe‘ eingegangen, die sowohl zu größerer Selbstbestimmung als auch zu wachsender Unterdrückung, insbesondere der semitranssexuellen Muxe‘, führt. Diese Veränderungen können möglicherweise längerfristig sowohl in eine Egalisierung der Geschlechterrollen münden als auch die schon bestehenden Spannungen zwischen den drei sozialen Geschlechtern verstärken.

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