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Die Chirurgie

Chirurgie des frühgeborenen Kindes – Perspektiven und Limitationen

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Zusammenfassung

Die stetige Weiterentwicklung der modernen Perinatologie, soziodemographische Veränderungen und die zunehmende Verbreitung der Reproduktionsmedizin führen zu einem Anstieg der zu behandelnden Frühgeborenen. Frühgeborene (< 37. Schwangerschaftswoche) und besonders Extremfrühgeborene (< 28. Schwangerschaftswoche) stellen aufgrund der immaturen Organentwicklung, die sich erheblich von der anderer Altersklassen unterscheidet, besondere medizinische Herausforderungen dar. War das Schicksal von Frühgeborenen und insbesondere Extremfrühgeborenen vor 100 Jahren infaust, überleben heute Frühgeborene > 1000 g mittlerweile in über 80 % der Fälle [30]. Führende medizinische Problemfelder der unreifen Patienten sind ein fetales proinflammatorisches Immunsystem, ein unreifer Gastrointestinaltrakt mit einer verminderten Transportfähigkeit, einer nicht fertig ausgebildeter Darmbarriere und einer sich entwickelnden Darmflora (Mikrobiom) sowie die Lunge, welche bis zur Entwicklung von Surfactant-Präparaten erheblich limitierend für das Überleben der Frühgeborenen war. Besonders vulnerabel ist zudem das zentrale Nervensystem (ZNS), das in seiner Entwicklung bei weitem noch nicht abgeschlossen ist, gegenüber exogenen Faktoren, wie Inflammation, Toxine und Medikamente. Zudem benötigt das ZNS für seine normale Entwicklung auch ein dem Entwicklungsstadium des Neugeborenen entsprechendes Umfeld, um eine zukünftige physiologische psychomotorische Entwicklung sicherzustellen.
Der Artikel stellt die besonderen Aspekte der Chirurgie des frühgeborenen Kindes, die Indikationen, Komplikationen und das Outcome unter der Berücksichtigung auch der speziellen generellen Probleme der Frühgeburtlichkeit dar. Abschließend werden die mit der Versorgung der extrem frühgeborenen Patienten einhergehenden ethischen Konflikte kurz diskutiert.
Titel
Chirurgie des frühgeborenen Kindes – Perspektiven und Limitationen
Verfasst von
Prof. Dr. med. Konrad Reinshagen
Irwin Reiss
Publikationsdatum
16.12.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Chirurgie / Ausgabe 3/2025
Print ISSN: 2731-6971
Elektronische ISSN: 2731-698X
DOI
https://doi.org/10.1007/s00104-024-02203-w
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