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01.06.2014 | Leitthema | Ausgabe 6/2014

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 6/2014

Das Unfallgeschehen bei Erwachsenen in Deutschland

Ergebnisse der Befragung „Gesundheit in Deutschland aktuell“ 2010

Zeitschrift:
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz > Ausgabe 6/2014
Autoren:
G. Varnaccia, A. Rommel, Dr. A.-C. Saß

Zusammenfassung

In Deutschland gab es im Jahr 2011 über 20.000 Unfalltote und schätzungsweise 8,7 Mio. Unfallverletzte. Der folgende Artikel liefert einen Überblick über das nicht-tödliche Unfallgeschehen bei Erwachsenen in Deutschland. In der telefonischen Gesundheitsbefragung „Gesundheit in Deutschland aktuell“ 2010 (n = 22.050) wurden repräsentative Daten über das nicht-tödliche Unfallgeschehen bei Erwachsenen erhoben. Personen mit ärztlich versorgten Unfallverletzungen in den letzten 12 Monaten wurden anhand von 19 Items über Unfallorte, Unfallmechanismen, Verletzungen und Unfallfolgen von bis zu 3 Unfällen innerhalb eines Jahres befragt. Insgesamt wurden 2117 Unfälle detailliert erfasst. Etwa 7,9 % der Erwachsenen in Deutschland erleiden innerhalb eines Jahres eine ärztlich versorgte Unfallverletzung. Männer verunfallen häufiger als Frauen und jüngere Menschen öfter als Ältere. Mehr als die Hälfte der Unfälle ereignet sich zu Hause oder bei Freizeitbeschäftigungen. Etwa jeder fünfte Unfall geschieht auf öffentlichen Wegen, Plätzen oder Straßen. Fast jeder dritte Unfall ist ein Sturz, und etwa jeder fünfte Unfall endet mit einem Knochenbruch. Ungefähr zwei Drittel aller Unfallverletzungen werden im Krankenhaus behandelt. Zwei von 3 Unfällen führen zur Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich 29,7 Tagen. Stürze sind die folgenreichsten Unfälle in der häuslichen Umgebung und der Freizeit und spielen eine wichtige Rolle bei Fahrrad- und Fußgängerunfällen. Unfallverletzungen betreffen große Teile der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland. Das Unfallgeschehen unterscheidet sich zwischen Frauen und Männern sowie zwischen Lebensbereichen und Lebensphasen. Präventionsmaßnahmen sollten folglich zielgruppenspezifische Bedarfe und settingspezifische Charakteristika des Unfallgeschehens berücksichtigen.

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