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01.02.2006 | Übersichten | Ausgabe 2/2006

Der Nervenarzt 2/2006

Das vaskuläre Parkinson-Syndrom

Zeitschrift:
Der Nervenarzt > Ausgabe 2/2006
Autoren:
Dr. G. Ebersbach, W. Poewe

Zusammenfassung

In der vorliegenden Übersicht soll deutlich gemacht werden, dass ein vaskuläres Parkinson-Syndrom (VPS) im engeren Sinne eine seltene und klinisch nicht immer von der idiopathischen Parkinson abgrenzbare Erkrankung ist. Im klinischen Sprachgebrauch wird der Terminus VPS allerdings auch für andere Störungsbilder verwendet, die nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen therapeutischen Implikationen von einem VPS differenziert werden sollten. Die Differenzialdiagnose des VPS umfasst in erster Linie die subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie, bei der eine Parkinson-artige Gangstörung nicht mit weiteren Kardinalsymptomen eines Parkinson-Syndroms verbunden ist sowie die Koexistenz eines neurodegenerativen Parkinson-Syndroms mit einer subkortikalen vaskulären Enzephalopathie. Ein akutes oder subakutes VPS entsteht in der Regel kontralateral zu Hirninfarkten, die den externen Teil des Globus pallidus, den ventrolateralen Teil des Thalamus und (seltener) die Substantia nigra betreffen. Chronische VPS mit schleichendem Beginn entstehen auf dem Boden bilateraler lakunärer subkortikaler Infarkte mit Beeinträchtigung thalamokortikaler Projektionen. Progressionsneigung und Dopa-Responsivität kommen bei akuten und chronischen VPS vor und erschweren die Differenzialdiagnose zu einem degenerativen Parkinson-Syndrom.

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