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Erschienen in: Zeitschrift für Allgemeinmedizin 3/2023

Open Access 26.04.2023 | Allgemeinmedizin | Leitlinien

Schutz vor Über- und Unterversorgung – Einführung in die DEGAM-Leitlinie

verfasst von: Prof. Dr. med. Thomas Kühlein, Günther Egidi, Martin Scherer, Leitliniengruppe

Erschienen in: Zeitschrift für Allgemeinmedizin | Ausgabe 3/2023

Zusammenfassung

Hintergrund

Seit Juni 2019 gibt es die DEGAM-Leitlinie „Schutz vor Über- und Unterversorgung – gemeinsam entscheiden“. Die hier vorgelegte Arbeit gibt den Einführungstext der Leitlinie in komprimierter und überarbeiteter Form wieder.

Ziel der Arbeit

Das Problem der Über- und Unterversorgung sowie die Existenz der Leitlinie einer breiteren Leserinnen- und Leserschaft bewusst zu machen.

Material und Methoden

Grundlage dieser Arbeit ist der Einführungstext der Leitlinie, der von den Autoren, die Mitglieder der Leitlinienkommission sind, neu überarbeitet und ergänzt wurde.

Ergebnisse

Der Artikel definiert zunächst Über- und Unterversorgung und führt dann in die wesentlichen Ursachen, Dimensionen und Lösungsmöglichkeiten beider Phänomene ein. Dazu gehören letztlich auch die Folgen von Überversorgung für die planetare Gesundheit.

Diskussion

Über- und Unterversorgung sind häufig und bedingen sich oft gegenseitig. Die Leitlinie bietet auf Basis der wichtigsten Empfehlungen der anderen DEGAM-Leitlinien sowie der Nationalen VersorgungsLeitlinie einen Kernempfehlungssatz, um Über- und Unterversorgung zu vermeiden.
Hinweise
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Seit Juni 2019 gibt es die DEGAM-Leitlinie „Schutz vor Über- und Unterversorgung – gemeinsam entscheiden“. Als „living guideline“ wird sie laufend an Neuerungen angepasst. Die letzte Aktualisierung wurde im Februar 2022 veröffentlicht. Zunächst führt der Leitlinientext in das Thema Über- und Unterversorgung ein. Wir geben diesen Einführungstext hier in komprimierter und überarbeiteter Form wieder, um ihn einer breiteren und vielleicht eiligeren Leserinnen- und Leserschaft zugänglich zu machen. Damit wollen wir nicht nur auf den ausführlicheren Originaltext der Einleitung hinweisen, sondern auch auf die Nutzung der Leitlinie.

Definitionen in Kürze

Überversorgung meint „eine Versorgung [, die] über die Bedarfsdeckung hinausgeht“, im Wesentlichen also medizinische Maßnahmen ohne hinreichenden Nettonutzen oder nichtindizierte Maßnahmen [1] Man kann zwischen Überdiagnostik und Übertherapie unterscheiden. Beide hängen eng zusammen.
Unterversorgung besteht, wenn Elemente der Versorgung ganz oder teilweise unterbleiben, obwohl medizinische Maßnahmen mit hinreichend gesichertem und ausreichendem Nutzen zur Verfügung stünden [1].
Sowohl die Leitlinie wie auch dieser Artikel fokussieren auf die primärmedizinische Ebene in der Hausarztpraxis.

Besonderheiten der primärmedizinischen Ebene

Nur etwa 10 % der akuten hausärztlichen Beratungsanlässe enden in Diagnosen im Sinne definierter Krankheiten [2]. Für viele Diagnosen, insbesondere diejenigen schwerwiegender Krankheitsbilder, stellt die Hausarztpraxis einen Niedrigprävalenzbereich dar. Deshalb sollte sich hausärztliche Diagnostik, anders als in der spezialistischen oder stationären Versorgung, primär auf den Ausschluss abwendbar gefährlicher Verläufe konzentrieren und nicht nach diesen suchen [3].
Zum Spezifikum des Niedrigprävalenzbereichs kommt in der hausärztlichen Praxis das Konzept des biopsychosozialen Modells hinzu [4]. Danach werden Krankheiten und Symptome nur als ein Teil des Lebens der Patientinnen und Patienten verstanden, die sich in eine Vielzahl weiterer Bedürfnisse und Probleme einordnen. Medizin sollte dem ganzen Menschen dienen.

Das Boyd-Phänomen

Auch in Deutschland werden immer mehr Menschen alt. Im Alter vermischen sich in den gestellten Diagnosen chronische Krankheiten, Risikofaktoren für Krankheiten und normale Alterungsprozesse. Eine Analyse von Routinedaten einer deutschen Ersatzkasse kam auf eine Prävalenz von Multimorbidität von 62 % [5]. Leitlinien sind in der Regel immer nur für ein einzelnes Krankheitsbild gemacht. Patientinnen und Patienten leiden jedoch häufig unter mehreren Krankheitsbildern. Die konsequente Umsetzung aller Empfehlungen einzelner Leitlinien muss deshalb fast unvermeidlich in die Multimedikation führen. Dies hat die US-amerikanische Ärztin und Wissenschaftlerin Cynthia Boyd im Modell eindrucksvoll nachgewiesen [6]. Ihr Impuls war u. a. ausschlaggebend für die Entwicklung der DEGAM-Leitlinie „Multimorbidität“, die mit ihrem Meta-Algorithmus [7] einen Ansatz für einen Werteabgleich und eine partizipative Priorisierung der Gesundheitsthemen liefert. Eine solche Priorisierung unter Berücksichtigung biomedizinischer, psychischer und sozialer Gesichtspunkte ist die Voraussetzung dafür, auf eine Untersuchung zu verzichten oder ein Medikament auch mal abzusetzen. Wahrscheinlich kann man von Organspezialisten, wie z. B. Kardiologinnen oder Kardiologen, nicht so leicht annehmen, dass sie kardiologische Medikamente absetzen. Hausärztinnen und Hausärzte dagegen haben als Generalisten die Aufgabe und die beste Möglichkeit, Multimedikation zu reduzieren. Sie sollten Medikamente nicht nur zurückhaltender an-, sondern, wo dies möglich ist, auch begründet absetzen. Aus spezialistischer Perspektive bzw. der Perspektive einzelner Leitlinien führt ein solches Absetzen beinahe unvermeidlich zur Unterversorgung für einzelne Krankheitsbilder. Es existiert eine Fülle an Studien (die Zitate stellen nur eine unsystematische Auswahl dar [1, 812]), die eine vermeintliche Unterversorgung von Patientinnen und Patienten durch ihre Hausärztinnen und Hausärzte zum Thema haben. Ob es sich dabei tatsächlich um Unterversorgung handelt, wird sich letztlich nur im Einzelfall klären lassen. Hausärztinnen und Hausärzte sind in der besten Position, eine sich aus der Summe der organbezogenen Ansätze ergebende individuelle Überversorgung zu vermeiden.

Patientenversorgung, Optimierung und Überversorgung – ein kulturelles Phänomen

Unser kultureller Ansatz der Moderne mündet im Bereich der Medizin in die ideologische Zielsetzung der letztendlich vollständigen Beherrschbarkeit aller Krankheit durch Investition von Geld in Forschung und daraus folgender pharmakologischer und technischer Entwicklung [13]. Seit dem 19. Jahrhundert hat die Medizin gewaltige Fortschritte und Erfolge verzeichnen können. Der erfreuliche Anstieg der Lebenserwartung im gleichen Zeitraum begründet sich vor allem durch einen erheblichen Rückgang der Säuglingssterblichkeit. Bei 80-Jährigen hat sich jedoch die verbleibende Lebenserwartung seit etwa 1875 von noch zu erwartenden 2,4 auf gerade einmal 4,3 Jahre verbessert [14]. Hundertjährige hat es immer gegeben. Wir werden nicht wesentlich älter, es werden heute nur mehr Menschen alt. Der Mensch als Individuum scheint ganz deutlich an biologische Grenzen zu stoßen. Unsere Kultur hat jedoch verlernt, mit dieser biologischen Grenze, dem Tod, angemessen umzugehen [15].
Ursache von Überversorgung ist die toxische Mischung aus Helfenwollen, Nichtwissen und Geldverdienen
Ein weiteres kulturelles Phänomen, das an seine Grenzen stößt, ist das, was man Neoliberalismus oder die Vermarktwirtschaftlichung der Medizin nennt. Gesundheit wurde zur Ware, die sich verkaufen lässt und mit der man Handel treiben kann [16, 17]. Die Politik hat uns zu „Dienstleistern“ erklärt. Handeln wird bezahlt, begründetes Nichthandeln oder gar aufwändiges Begründen des Nichthandelns hingegen nicht. Überversorgung beruht häufig auf einer toxischen Mischung von versteckten Interessen, Helfenwollen, Nichtwissen und Geldverdienen und führt damit zum Missbrauch der evidenzbasierten Medizin (EbM; [18, 19]). Missbrauch meint z. B. den gut dokumentierten Einfluss der Industrie auf die Forschung und deren Nutzung zur Begründung von Leitlinienempfehlungen [20]. Die Leitlinie „Schutz vor Über- und Unterversorgung“ will zu einem vernünftigeren, verantwortungsvolleren und weniger ideologiegeprägten Umgang mit den technischen Mitteln der Medizin beitragen.

Optimaler Einsatz von Ressourcen

Gerade das deutsche Gesundheitswesen, das abgesehen vom wichtigen Instrument der hausarztzentrierten Versorgung (HZV) kein verpflichtendes primärärztliches System, aber stattdessen starke kompetitive Anteile kennt, führt über eine Fragmentierung der Versorgung zu einem unkoordinierten Nebeneinander und begünstigt damit Unter‑, Über- und Fehlversorgung. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass sich das Gesundheitswesen weitgehend am Umgang mit akuten Gesundheitsproblemen orientiert, während der überwiegende Teil von Morbidität und Mortalität längst chronischen Problemen zuzurechnen ist [21]. Chronische Gesundheitsprobleme sind primär nicht durch zunehmenden Einsatz von Technik und Innovation zu lösen, sondern vor allem durch konsequente Umsetzung dessen, was wir längst wissen. Bei der Umsetzung vermeintlich gesicherten Wissens ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Menschen nicht nur biologisch verschieden sind, sondern sich auch in ihren Lebenseinstellungen und Lebenskontexten erheblich unterscheiden (vgl. DEGAM-Leitlinie „Multimorbidität“). Mit zunehmendem Alter und damit abnehmender Funktionalität und Lebenserwartung besteht die ärztliche Aufgabe nicht in der konsequenten Umsetzung von allem, was möglich ist, sondern insbesondere in der Anpassung des Möglichen an das individuell Sinnvolle [22, 23]. Will man Phänomene wie Multimedikation vermeiden, erfordert dieser Anpassungsprozess mit zunehmendem Alter der Patientinnen und Patienten vor allem ein begründetes Weglassen [24, 25].
Anfällig für Überversorgung sind oft schlecht informierte, ängstliche und verunsicherte Menschen
Primärärztlich organisierte Gesundheitssysteme führen zu besserer Lebensqualität von Menschen mit chronischen Gesundheitsproblemen [26]. Im Gegensatz dazu neigt eine unkoordinierte spezialistische Medizin dazu, häufig auch noch getrieben durch eigene wirtschaftliche Interessen und die wirtschaftlichen Interessen der pharmazeutischen Industrie, sich in immer kleinteiligeren Fortschritten und Pseudoinnovationen („low value care“) zu verzetteln [19, 27]. Gleichzeitig liegt ein guter Teil vermeidbarer Morbidität und Mortalität in der fehlenden Umsetzung gesicherter Erkenntnis im Sinne einer Unterversorgung. Eine Grundthese hinter der Leitlinie Über- und Unterversorgung lautet, dass primärärztlich gut ausgebildete Hausärztinnen und Hausärzte durch strukturierteres Arbeiten besser in der Lage wären, Morbidität und Mortalität zu verringern, als die spezialistische Medizin es durch immer kleinere technische Fortschritte je wird erreichen können.
Die schon genannte Vermarktwirtschaftlichung der Medizin begünstigt nicht nur Überversorgung, sondern führt auch zu einer unangemessenen Verteilung der Ressourcen zugunsten von „low value care“ [28], vor allem der knappen Ressource Mensch. In Kliniken und im ambulanten Sektor wird um Patienten mit vielfältigen, populären, zweifelhaften und auch unseriösen Angeboten, sog. individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), geworben. Anfällig und besonders betroffen sind schlecht informierte, ängstliche und verunsicherte Menschen, oft mit somatoformen und depressiven Störungen und schweren Erkrankungen, bei denen die Medizin keine ausreichenden Antworten hat. Die Vermarktwirtschaftlichung der Medizin setzt Ärztinnen und Ärzte nicht nur in Konflikt zu ihrem Berufsethos, sondern auch zum im Sozialgesetzbuch V geregelten Wirtschaftlichkeitsgebot [16, 29].

Evidenzbasierte Medizin

Es stellt sich die Frage: Was ist die richtige medizinische Versorgung zwischen Über- und Unterversorgung?
Die EbM ist eine Methode zur bestmöglichen Entscheidungsfindung im individuellen Fall. Nach dem Konzept der EbM setzt sich die richtige individuelle Versorgung aus drei Komponenten zusammen: der Beurteilung einer klinischen Situation in ihrem Kontext durch die Expertise von Ärztin oder Arzt (interne Evidenz), der Berücksichtigung von individuellen Patientinnen- und Patientenpräferenzen und deren objektivierbarer biopsychosozialer Befundlage („clinical state and circumstances“) und der systematischen Berücksichtigung der besten vorhandenen klinisch-empirischen Forschungsergebnisse (externe Evidenz; [30]). Medizinische Entscheidungsfindungen auf dieser Grundlage sind der Schlüssel für „high value care“.
Die EbM ist das wohl einzige medizinische Paradigma, das explizit die Patientinnen- und Patientenseite in die Entscheidungsfindung einbezieht. Nach der EbM wird sich die Einschätzung der Relevanz und damit die Richtigkeit einer medizinischen Maßnahme nicht auf Leitlinien-, sondern letztlich nur auf Patientenebene festlegen lassen.

Risikokompetenz im gemeinsamen Entscheidungsprozess

Ein Kerncharakteristikum medizinischen, insbesondere hausärztlichen Handelns ist das „Entscheiden unter Ungewissheit“. Unvollständiges Wissen kann sowohl folgen aus gänzlich fehlender Forschung wie auch aus unklaren und irreführend falschen Forschungsergebnissen aufgrund methodisch mangelhafter Untersuchungen bzw. Verbreitung von falschen Informationen. Aber selbst aus hochwertigen Forschungsansätzen, z. B. Meta-Analysen, systematischen Reviews oder einzelnen randomisiert kontrollierten Studien folgt keine Sicherheit des Wissens. Aus der Evidenz lassen sich bestenfalls Wahrscheinlichkeiten für die Konsequenzen medizinischen Handelns aus der Beobachtung Vieler ableiten. Ungewissheit bedeutet deshalb, dass im Einzelfall Diagnosen und Prognosen nur mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten richtig sind und dass eine Intervention nicht unbedingt bei allen und im gleichen Ausmaß wirkt.
Der Wille der Patientin oder des Patienten ist der wohl stärkste Hebel, etwas nicht zu tun
Der Medizinhistoriker Ludmerer schrieb, dass „das Scheitern, Ärztinnen und Ärzte im Umgang mit Unsicherheit auszubilden, das größte Defizit in der medizinischen Ausbildung im 20. Jahrhundert“ war [31]. Es ist bislang nicht erkennbar, dass sich dieses Defizit im 21. Jahrhundert verringert hätte. Es war die EbM, die bewirkt hat, dass das unvermeidliche Faktum der Unsicherheit in der Medizin ins klinisch-ärztliche Bewusstsein trat [32]. Deshalb sollten Ärztinnen und Ärzte lernen, wie man Evidenz und die darin enthaltenen Wahrscheinlichkeiten für Nutzen und Schaden mit all ihren Unsicherheiten versteht, kritisch bewertet und kommuniziert.
Patientinnen und Patienten sollten folgende Fragen stellen können und verständliche Antworten erhalten:
  • Was passiert mit welcher Wahrscheinlichkeit, wenn ich nichts tue?
  • Welche Behandlungen kommen für mich infrage?
  • Welcher Nutzen und welche Schäden treten bei den infrage kommenden Therapieoptionen mit welcher Wahrscheinlichkeit auf?
Ärztinnen und Ärzte sollten die Sorgen und Ängste der Patienten und Patientinnen aufnehmen und in der Lage sein, die Wahrscheinlichkeiten und Effektgrößen von Nutzen und Schaden der empfohlenen Interventionen realistisch in absoluten Zahlen zu benennen.
Es ist eine Frage der Professionalität von Ärztinnen und Ärzte, dass sie sich bemühen sollten, unabhängig, klar und eindeutig die Interessen ihrer Patientinnen und Patienten zu vertreten, und dass sie soweit möglich versuchen sollten, mit ihnen gemeinsam zu individuell richtigen Entscheidungen zu kommen. Der Wille der Patientin oder des Patienten ist der wohl stärkste Hebel etwas nicht zu tun.

Die reflektierte Ärztin/der reflektierte Arzt

Professionalität beinhaltet auch Reflexion und, wo nötig, die Verbesserung der Qualität der eigenen Arbeit. Die eigene Arbeit muss also beschreibbar und somit bewertbar gemacht werden. Die übliche Art dieser Beschreibung ist die Statistik. Hausärztliche Arbeit ist längst nicht in allen ihren Aspekten statistisch beschreibbar. Auch fallen viele hausärztliche Entscheidungen unvermeidlich in Graubereiche, in denen die Unterscheidung zwischen richtig und falsch nicht eindeutig zu treffen ist. Solange jedoch die Prozesse und Ergebnisse ärztlicher Arbeit unsichtbar bleiben, lassen sich Über- und Unterversorgung nicht korrigieren. Donald A. Schön beschrieb das Ideal menschlicher Tätigkeit als Wechselspiel zwischen dem Handeln auf der einen und dem Sichtbarmachen, Betrachten und eigenständigen Bewerten, also dem Reflektieren der Ergebnisse dieses Handelns, auf der anderen Seite [33]. Der wichtige und entscheidende Schritt in Richtung einer Reflexion der Ergebnisse ärztlichen Handelns ist erst mit der Entwicklung der evidenzbasierten Medizin (EbM), mit ihrem Fokus auf patientenrelevante Endpunkte („outcomes“) gegangen worden. In der Bewertung des eigenen Handelns kann die Ergebnisqualität oft nicht bewertet werden. Vor diesem Hintergrund kommt oft der Prozessqualität eine größere Bedeutung als notwendiges Surrogat zu.
Leitlinien können nicht ärztliche Urteilskraft, Verantwortung und individuelle Entscheidung ersetzen
Leitlinien beschreiben medizinische Handlungsabläufe und Prozesse. Eine Leitlinie kann weder die ärztliche Urteilskraft und Verantwortung noch eine für einen konkreten Fall individuelle Entscheidung ersetzen. Allerdings können durch klinische Qualitätssteuerung Entscheidungsabläufe besser strukturiert und dadurch das Vergessen von Entscheidungen und Fehler reduziert werden [34]. Diese Struktur könnte beispielsweise durch einfache Checklisten vorgegeben werden [35]. Die Dokumentation von Disease-Management-Programmen, häufig als administrative Zusatzarbeit empfunden, kann auch als eine Art Checkliste gegen das Vergessen wichtiger Versorgungsschritte für Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern verstanden werden. Eleganterweise fallen dabei Strukturierung der Arbeit, Dokumentation und Datenerhebung zusammen [36]. Der Schlüssel für eine klinische Qualitätsarbeit liegt in geeigneten Praxisverwaltungssystemen (PVS) mit entsprechend strukturierter Datenablage, Datenabfrage- und Analysemöglichkeiten. Dass hierfür geeignete PVS in Deutschland bislang nicht existieren, erscheint, bei allem Gerede um E‑Health und Telemedizin, geradezu absurd. Mit entsprechenden PVS ließe sich Über- und Unterversorgung in der eigenen Praxis leicht sichtbar machen und ggf. korrigieren.

Was bedeutet Überversorgung für das Klima?

Einführung in Planetary Health und CO2-Verbrauch im Gesundheitssystem

Die WHO hat den menschengemachten Klimawandel als die größte Bedrohung für die Gesundheit weltweit benannt. Ursache dieser Bedrohung ist unser Lebensstil, da er durch ressourcenintensive (Fehl‑)Ernährung und eine auf fossilen Brennstoffen beruhende, passive Mobilität und Energieerzeugung den Klimawandel nach sich zieht.
Bereits aus dem ärztlichen Grundsatz „primum non nocere“ leitet sich eine Verpflichtung von Ärztinnen und Ärzten ab, das Gesundheitssystem ressourcenschonend zu nutzen, klimafreundliches und gesundheitsförderndes Verhalten der Patientinnen und Patienten zu fördern und sich für gesundheitsfördernde Lebensbedingungen einzusetzen. Unter dem Begriff Planetary Health setzt sich die Erkenntnis durch, dass Menschen nur auf einem intakten Planeten dauerhaft gesund leben können. Hausärztinnen und Hausärzte weltweit haben es sich zum Ziel gesetzt, Klimawandel und negative Umweltveränderungen zu begrenzen (WONCA, DEGAM; [21, 37]). Weil Hausarztinnen und Hausärzte erste Ansprechpartner für viele medizinische Fragen sind, können sie, durch die Steuerung der Versorgung, besonders dazu beitragen, unnötige Emissionen zu verhindern.
Bereits jetzt zeigen sich verschiedene negative gesundheitliche Auswirkungen der Klimakrise wie z. B. Mortalitäts- und Morbiditätsanstiege durch Luftverschmutzung oder Hitzewellen [38]. Durch die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C (Pariser Klimaschutzabkommen) muss vermieden werden, dass ökologische Kipppunkte erreicht werden und in Folge weite Teile der Erde unbewohnbar werden. Deshalb ist eine Transformation hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft notwendig, die auch den Gesundheitssektor miteinbezieht [39].
In Deutschland hat das Gesundheitssystem mit jährlich 0,7 t CO2 pro Kopf einen Anteil von etwa 5 % am CO2-Gesamtausstoss des Landes [40]. Daten aus dem Gesundheitssystem Großbritanniens (NHS) zeigen, dass die Emissionen aus Lieferketten für medizinische Produkte 62 % der Emissionen ausmachen. Dabei werden am meisten Emissionen durch Medikamente, medizinische Ausrüstung und Verbrauchsmaterial verursacht. Der Transport von Patientinnen und Patienten, Mitarbeitenden und Besucherinnen und Besuchern macht insgesamt etwa 10 % der Emissionen aus [41]. Diese Emissionen sind nicht zu rechtfertigen, wenn Medikamentenverordnungen, Diagnostik oder Interventionen durchgeführt werden, die über die reine Bedarfsdeckung hinausgehen. Indem man Überversorgung vermeidet, kann man effektiv unnötige Emissionen reduzieren, Ressourcen schonen und potenziellen Schaden nicht notwendiger Behandlungen von Patienten abwenden. Andererseits darf Ressourcenschonung nicht zur Unterversorgung führen.
Die Bücher „Planetary Health“ und „Klimakrise und Gesundheit“ geben einen umfangreichen Überblick zum Thema Planetary Health und stellen die Perspektiven der Allgemeinmedizin und vieler anderer medizinischer Fachrichtungen dar [42, 43].

Schlussfolgerung

Über- und Unterversorgung belasten unsere Patientinnen und Patienten, uns Ärztinnen und Ärzte, unser Gesundheitswesen und den Planeten. Um sie zu reduzieren, brauchen wir ein Medizinstudium, das zukünftige Ärztinnen und Ärzte befähigt, im Sinne der EbM zusammen mit ihren Patientinnen und Patienten auf Basis von realistischen Abschätzungen der Effektgrößen von Nutzen und Schaden medizinischer Maßnahmen richtige Entscheidungen treffen, indem sie aus dem technisch Möglichen das individuell Relevante und Sinnvolle auswählen. Um dies zu erreichen, müssen zudem die Rahmenbedingungen geschaffen werden, in denen diese Entscheidungen erst möglich werden. Zu diesen Rahmenbedingungen gehören vor allem ein Primärarztsystem [44], die Entkoppelung ärztlichen Handelns von wirtschaftlichen Interessen sowie die nötige Zeit für ein überlegtes und mit Patientinnen und Patienten abgestimmtes Nicht-Handeln, um Überversorgung zu vermeiden [45]. Zeit braucht man auch, um mithilfe eines geeigneten PVS und durch Reflexion eine vor allem durch Vergessen wichtiger Behandlungsschritte entstehende Unterversorgung zu vermeiden.

Danksagung an die Beteiligten der DEGAM-Leitlinie Schutz vor Über- und Unterversorgung

Für die wertvollen Einträge zur Bedeutung des Klimas hinsichtlich der Thematik der Leitlinie danken wir Dr. Benedikt Lenzer und Dr. Sebastian Pörnbacher. Weiterhin gilt unser Dank Herrn Udo Ehrmann als Vertretung der Patientenperspektive für die ausführliche Kommentierung des Entwurfs und der maßgeblichen Gestaltung der Patientenleitlinie.

Mitglieder der Leitliniengruppe

Martin Scherer, Thomas Kühlein, Günther Egidi, Hans-Otto Wagner, Hans-Hermann Dubben, Dagmar Lühmann, Dorit Abiry, Anne Barzel, Cathleen Muche-Borowski

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

T. Kühlein, G. Egidi, M. Scherer und die Leitliniengruppe geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.
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Metadaten
Titel
Schutz vor Über- und Unterversorgung – Einführung in die DEGAM-Leitlinie
verfasst von
Prof. Dr. med. Thomas Kühlein
Günther Egidi
Martin Scherer
Leitliniengruppe
Publikationsdatum
26.04.2023
Verlag
Springer Medizin
Schlagwort
Allgemeinmedizin
Erschienen in
Zeitschrift für Allgemeinmedizin / Ausgabe 3/2023
Print ISSN: 1433-6251
Elektronische ISSN: 1439-9229
DOI
https://doi.org/10.1007/s44266-023-00033-3

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