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Erschienen in:

01.03.2016 | Leitthema

Aufgaben und Grenzen von Tumorkonferenzen

verfasst von: Prof. Dr. J. Haier, LL.M.

Erschienen in: Die Onkologie | Ausgabe 3/2016

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Zusammenfassung

Hintergrund

Die Vorstellung onkologischer Patienten in Tumorkonferenzen ist zum medizinischen Standard geworden. Daraus folgen Sorgfaltspflichten und Mindestanforderungen an deren Organisation und inhaltliche Gestaltung.

Ziel

Trotz zulässiger Unterschiede und Gestaltungsfreiheiten versucht diese Übersicht, eine systematische Zusammenstellung von Rahmenbedingungen und Anforderungen im Sinne einer Grundlage für die zukünftige Qualitätssicherung von Tumorkonferenzen darzustellen.

Ergebnisse

Konkretisiert werden Anforderungen an obligate Teilnehmer, vorzustellende Patienten, Umgang mit Standardfällen, Dokumentation der Organisation/Empfehlungsgrundlagen/Empfehlungen, Detailtiefe der Empfehlung sowie Abweichungshandling und Auswertung der Empfehlungsadhärenz. Medizinisch-inhaltliche, medikolegale sowie qualitätssichernde Aspekte werden gegenübergestellt.

Schlussfolgerungen

Zur Umsetzung evidenzbasierter Qualitätssicherung von Tumorkonferenzen sind intensive Anstrengungen in der Versorgungsforschung notwendig, um valide Indikatoren zu etablieren.
Fußnoten
1
Die erfolgreiche Revision vor dem BGH richtet sich nicht gegen die hier getroffene Feststellung. BGH, Beschluss vom 28.10.2014 – VI ZR 273/13, BeckRS 2014, 22645 (Urteil noch nicht rechtskräftig).
 
2
Urteil ist noch nicht rechtskräftig (erfolgreiche Revision beim BVerwG mit Rückverweisung in Vorinstanzen), unstrittig ist jedoch die Einordnung von Tumorkonferenzen im hier aufgeführten Sinne als Zentrumsleistung und medizinischer Standard von hier Brustzentren. „Der Begriff der besonderen Aufgaben von Zentren und Schwerpunkten in §  2 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 KHEntgG erfasst sowohl patientenübergreifende Leistungen [hier u. a. Tumorkonferenzen – A.d.Verf] für die stationäre Versorgung als auch stationäre Leistungen, die der Behandlung des einzelnen Patienten zugute kommen“.
 
3
„Die Dokumentation soll die wesentlichen medizinischen und tatsächlichen Feststellungen des Behandlungsgeschehens beinhalten und damit primär patientenbezogen erfolgen. Inhalt und Umfang der Dokumentation sollten sich nicht in erster Linie nmach haftungsrechtlichen Aspekten richten“. Materialien und Informationen der DKG 2015.
 
Literatur
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13.
Zurück zum Zitat OLG Hamm, Beschl. v. 8. 6. 2005 – 3 Ws 473 – 476/04, MedR 2006, 358 OLG Hamm, Beschl. v. 8. 6. 2005 – 3 Ws 473 – 476/04, MedR 2006, 358
Metadaten
Titel
Aufgaben und Grenzen von Tumorkonferenzen
verfasst von
Prof. Dr. J. Haier, LL.M.
Publikationsdatum
01.03.2016
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Die Onkologie / Ausgabe 3/2016
Print ISSN: 2731-7226
Elektronische ISSN: 2731-7234
DOI
https://doi.org/10.1007/s00761-015-2939-8

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