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29.11.2021 | Bewegungstherapie | Nachrichten

Zählen hilft

Wie viele Schritte täglich für ein langes Leben?

Autor:
Dr. Elke Oberhofer

Spazierengehen und dabei seine Schritte zählen (lassen) ist offenbar eine effiziente Maßnahme, um das Leben zu verlängern. In einer Metaanalyse fand sich zwar keine klare Untergrenze für die erforderliche Schrittzahl, dafür ein Richtwert, den es sich wahrscheinlich lohnt, anzustreben.

„Nach dem Essen sollst du ruh'n“, lautet eine alte Volksweisheit, „oder tausend Schritte tun.“ Dass es im Hinblick auf die Lebenserwartung viel besser ist, sich für Letzteres zu entscheiden, hat jetzt eine aktuelle Metaanalyse bestätigt. Hier sank das Risiko für einen vorzeitigen Tod pro 1000 getane Schritte am Tag (unabhängig vom Essen) um median 8,5%.

In der Studie hatte man Daten von insgesamt 30.172 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus zehn Studien zusammengefasst. Innerhalb eines Nachbeobachtungszeitraums von median knapp neun Jahren war es zu 1985 Todesfällen gekommen. Bis zu einer täglichen Schrittzahl von rund 7500 konnte die Mortalität annähernd halbiert werden. Darüber hinaus sei der Nutzen jedoch marginal, so Borja del Pozo Cruz von der Universität Odense.

Alles ist besser als nichts

Eine klare Untergrenze für Zahl der Schritte, die pro Tag erforderlich wären, um das Leben maßgeblich zu verlängern, habe man ausdrücklich nicht gefunden, betonen die Forscher. Es gebe offenbar auch keine lineare Assoziation zwischen Schrittzahl und Gesamtmortalität. Die Ergebnisse legten aber nahe, dass es besser sei, „überhaupt eine gewisse Anzahl von Schritten zu tun als gar nichts“. Laut del Pozo Cruz und Kollegen spiegelt sich hierin das Credo der WHO wider, die 2010 verkündet hatte, dass „jegliche Form von körperlicher Aktivität besser ist als gar keine“.

Auch nach oben gab es offenbar keinen harten Grenzwert, wenngleich sich die Kurve ab etwa 7500 Schritten täglich deutlich abflachte. Auch dieser Befund korrespondiere gut mit den Erkenntnissen aus früheren Studien, so das Forscherteam. Tatsächlich entspreche ein Pensum zwischen 7000 und 8000 Schritten pro Tag ziemlich genau den von der WHO empfohlenen 150 bis 300 Minuten wöchentlich, die man mit körperlicher Aktivität verbringe sollte.

Nach del Pozo Cruz et al. gehört Spazierengehen zu den weltweit beliebtesten körperlichen Betätigungen. Kein Wunder, denn man müsse sich dafür nirgendwo anmelden, benötige keine spezielle Ausrüstung, kein Geld und keine besonderen Fähigkeiten. Dabei z. B. per Schrittzähler die getanen Schritte zu erfassen, sei eine denkbare einfache Methode, um den Grad der Aktivität zu messen. Man könne es daher sowohl individuell im Praxisalltag als auch im Kontext von Leitlinien nur empfehlen.

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